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Fall Peggy: Ulvi K. fordert Schadenersatz

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Fall Peggy  

Ulvi K. will Millionen vom Freistaat Bayern

13.12.2016, 15:30 Uhr | AFP, t-online.de

Fall Peggy: Ulvi K. fordert Schadenersatz. Peggy war 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden, erst im Sommer 2016 wurden ihre sterblichen Überreste gefunden. (Quelle: dpa)

Peggy war 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden, erst im Sommer 2016 wurden ihre sterblichen Überreste gefunden. (Quelle: dpa)

Bis heute ist der Mord an der damals neun Jahre alten Peggy aus dem fränkischen Lichtenberg unaufgeklärt. Jahrelang galt der geistig behinderte Ulvi K. als Täter und war bis zu seinem Freispruch im Jahr 2014 auch rechtskräftig als Mörder verurteilt. Dafür fordert der 39-Jährige nun Schadenersatz in Millionenhöhe.

Eine entsprechende Amtshaftungsklage gegen den Freistaat Bayern ließ Ulvi K. in Kassel von seiner Rechtsanwältin ankündigen. Ulvis Betreuerin warf besonders dem damaligen bayerischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) vor, während der Ermittlungen durch Druck auf die Polizei "billigend in Kauf genommen" zu haben, dass ein Unschuldiger verurteilt wurde.

"Endgültige Rehabilitation"

Die Rechtsanwältin sagte weiter, es gehe um die "endgültige Rehabilitation" für ihren Mandanten. Außer dem widerlegten Mordvorwurf solle auch der Vorwurf sexueller Übergriffe auf Kinder ausgeräumt werden. Die Millionenforderung begründete die Juristin damit, dass ihr Mandant "einiges erlitten" habe.

Die damals neun Jahre alte Peggy war 2001 auf dem Rückweg von der Schule verschwunden. Erst im Juli dieses Jahres wurde in einem Waldstück nahe ihrem Heimatort im benachbarten Thüringen zufällig ihr Skelett entdeckt. 2004 wurde der Gastwirtssohn Ulvi K. rechtskräftig wegen Mordes verurteilt, zehn Jahre später dann in einem äußerst selten vorkommenden Wiederaufnahmeverfahren endgültig freigesprochen.

Spur zum NSU wohl Ermittlungspanne

Bis heute gibt es keinen dringend Tatverdächtigen in dem Fall, eine zunächst spektakulär erscheinende Spur zu dem NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt von vor einigen Wochen ist wohl auf eine Ermittlungspanne zurückzuführen.

K. hatte seine Haftstrafe aus dem ersten Mordprozess nie antreten müssen. Er befand sich wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe auf Kinder seit Ende 2001 in der geschlossenen Psychiatrie. Erst Ende Juli 2015 und damit über ein Jahr nach seinem Freispruch wurde er entlassen und lebt seither in einem Wohnheim für Behinderte.

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