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Tsunami im Pazifik: Flutwelle bricht über Stadt in Chile herein

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Tsunami im Pazifik

2,3 Meter hohe Welle bricht über chilenische Stadt herein

28.02.2010, 15:23 Uhr | dapd, dpa, AFP

 

Autos auf einer Straße in Santiago, die bei dem Beben zerstört wurde (Foto: AP)Autos auf einer Straße in Santiago, die bei dem Beben zerstört wurde (Foto: AP) Ein Erdbeben der Stärke 8,8 hat in Chile mindestens 147 Menschen das Leben gekostet. Es sei aber damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen werde, sagte Präsidentin Michele Bachelet. Das Beben löste zudem einen Tsunami aus.

Über die chilenische Stadt Talcahuano brach bereits eine 2,3 Meter hohe Flutwelle herein. Das gab das US-Tsunami-Warn-Zentrum (NOAA) für den Pazifik in Washington bekannt. Talcahuano liegt an einer Pazifik-Bucht nördlich der Stadt Concepción.

Foto-SerieErdbeben in Chile

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Schäden auf Robinson-Crusoe-Insel

Auf der Robinson-Crusoe-Insel, 700 Kilometer vor der chilenischen Pazifikküste gelegen, riss der Tsunami mindestens drei Menschen fort und richtete Zerstörungen an. Die von dem Beben ausgelöste Flutwelle habe mehrere Gebäude auf der Insel zerstört, berichteten Augenzeugen, darunter Wohnhäuser, die Schule und das Bürgermeisteramt. Es habe sich nicht um eine einzige große Welle gehandelt, sondern um mehrere, die jedes Mal höher und gewaltiger geworden seien. Deshalb hätten sich die meisten Menschen rechtzeitig in höher gelegene Gebiet der Insel flüchten können. Auf der Robinson-Crusoe-Insel gibt es rund 600 Einwohner.

Evakuierungen vielerorts

Rund zwei Meter hohe Flutwellen suchten derweil Teile von Französisch-Polynesien heim. Berichte über Schäden lagen zunächst aber nicht vor. Auf den nahegelegenen Cook-Inseln sowie im Inselstaat Tonga wurden die Küstenregionen evakuiert. Auf Tahiti wurden alle Straßen gesperrt, die näher als 500 Meter von den Küsten entfernt liegen. Auch hier wurde die Bewohner aufgerufen, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben.

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Tsunami überquert gesamten Pazifik

Die Flutwelle überquert nach Angaben des US-Meteorologen Eric Lau den gesamten Pazifischen Ozean. Vermutlich werde der Tsunami auf der anderen Seite des Pazifik, an der japanischen Küste, mit etwa 30 Zentimeter hohen Wellen auslaufen, hieß es. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum hatte nach dem Erdbeben einen Tsunami-Alarm für die meisten Pazifik-Anrainer auf beiden Seiten des Ozeans ausgerufen. Mittlerweile ist die Tsunami-Warnung aber für alle Länder außer für Russland und Japan wieder aufgehoben worden. In Japan warnte das staatliche Wetteramt vor bis zu drei Meter hohen Flutwellen. Die ersten Ausläufer könnten die Pazifikküste des Landes am Sonntagmorgen Mitteleuropäischer Zeit erreichen.

Serie von Wellen

Von der Tsunami-Warnung nicht betroffen waren lediglich die Küsten der US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon, Washington, Alaska sowie die kanadische Provinz British Columbia. Das Warnzentrum betonte, dass sich der Tsunami in einer Serie von Wellen ausbreitet. Die Abstände zwischen den Wellen könnten bis zu eine Stunde lang sein. Auf Hawaii wird die erste Welle um 11.19 Uhr Ortszeit (22.19 Uhr MEZ) erwartet. Hier wurden küstennahe Gebiete bereits vorsorglich evakuiert.

Erdbeben vor Chile: nur 90 Kilometer vor der Küste bebte der Meeresboden mit einer Stärke von 8,8 (Karte: Stepmap.de)Erdbeben vor Chile: nur 90 Kilometer vor der Küste bebte der Meeresboden mit einer Stärke von 8,8 (Karte: Stepmap.de)

Conceptión in Trümmern

Die mächtigen Erdstöße um 3.34 Uhr Ortszeit hatten die Menschen im Schlaf überrascht. Hunderttausende rannten in Panik aus ihren Häusern und kampierten aus Angst vor Nachbeben im Freien. Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte etwa 92 Kilometer nordwestlich der Stadt Concepción, die besonders hart getroffen wurde. Brücken seien eingestürzt, Straßen regelrecht zusammengeschoben worden, berichtete chilenische Medien. Viele wichtige Gebäude der Stadt seien eingestürzt. Auch ein 15-stöckiges Hochhaus sei in sich zusammengefallen. Ein TV-Reporter berichtete: "Es gibt keine Straße in Concepción, wo kein Schutt liegt. Man hört Kinder unter den Trümmer schreien."

Dutzende Menschen eingeschlossen

In Concepción wurden auch etwa 150 Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes eingeschlossen. Rettungsmannschaften versuchten, zu den Opfern vorzudringen. Bisher seien etwa ein Dutzend Menschen geborgen worden, berichteten nationale Medien. Bei dem Gebäude handele es sich um ein 14-stöckiges Wohnhaus, das erst vor kurzem fertiggestellt worden sei.

Schäden auch in Santiago

Auch in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile war das Erdbeben deutlich zu spüren. Häuser schwankten, die Stromversorgung brach zusammen, Telefon und Internet funktionierten nicht. Im Fernsehen waren Bilder von eingestürzten Mauern, beschädigten Gebäuden, mit Trümmern übersäten Straßen und eingestürzte Brücken zu sehen. Die Hochhäuser in Santiago hielten den heftigen Erdstößen jedoch stand. Alte Kirchen und der Flughafen von Santiago wurden zum Teil schwer beschädigt.

Erinnerung an 1960

Die Region ist besonders gefährdet, da dort die Nazca-Platte und die Südamerikanische Platte aufeinander stoßen. Das stärkste jemals registrierte Beben wurde am 22. Mai 1960 in derselben Region gemessen. Bei dem Erdstoß der Stärke 9,5 kamen damals 1655 Menschen ums Leben, zwei Millionen wurden obdachlos. Der davon ausgelöste Tsunami tötete Menschen in Hawaii, Japan und auf den Philippinen, an der Westküste der USA richtete er Schäden an.

 
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