07.06.2013, 12:55 Uhr | dpa
Das Fell des Rehs ist durchnässt, schlammige Klumpen hängen in Zotteln von seinen Flanken. Mit letzter Kraft hat sich das Tier ans Ufer geschleppt. Was auf dem Foto zu sehen ist, ist zurzeit kein Einzelfall. Das Hochwasser in Deutschland trifft nicht nur die Menschen. Vögel, Hasen und andere Wildtiere sterben in den Fluten. Vor allem Jungtiere seien den Wassermassen schutzlos ausgeliefert, beklagen Tierschützer.
"Am stärksten betroffen sind die Wiesenbrüter", sagt Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdschutzverbandes. Vögel wie Kiebitz oder Rotschenkel, die ihren Nachwuchs sonst auf Wiesen ausbrüten, verlieren ihre Nester auf den überschwemmten Flächen. Auch bereits geschlüpfte Jungtiere hätten kaum eine Chance.
Ähnlich ergeht es den bayerischen Jungstörchen. "Durch den Dauerregen werden hier 70 Prozent der Weißstorchküken verenden oder sind bereits verendet", schätzt ein Sprecher des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern. Die Storchen-Eltern würden mit ihrem durchnässten und schweren Gefieder nur ungern auf Futtersuche gehen.
Der Jagdschutzverband macht sich auch Sorgen um Fasane und Rebhühner. Sprecher Reinwald erklärt: "Wenn es ständig nass und kalt ist, funktioniert deren Daunenkleid nicht richtig. Dann erfrieren sie." Auch die Feldhasen leiden sehr unter dem Hochwasser. "Da sind wahrscheinlich sehr viele Jungtiere erfroren und ertrunken."
Vielerorts steht der Lebensraum von Rehen unter Wasser. Die Muttertiere kämen oft nicht mehr auf die Wiesen, um ihre Jungen zu versorgen, weiß die Vorsitzende des Vereins Rehkitzhilfe, Carla Winhausen. Die Fluten hätten vielfach auch frisch geborene Kitze mit sich gerissen.
Das Hochwasser hat Deutschland fest im Griff. Eindrücke von den Bedingungen an Elbe und Donau.
Aber Winhausen hat auch eine kleine gute Nachricht: "In den letzten Tagen haben wir deutschlandweit mehr als 200 Rehe gerettet. Über 80 Prozent davon waren Jungtiere." Viele Notrufe gingen aus dem Raum Halle (Sachsen-Anhalt) und der bayerischen Region Passau ein. "Aus Thüringen erreichen uns stündlich drei bis sechs Meldungen", berichtet die Tierschützerin. Wie viele Rehe bislang starben, kann die Tierschützerin nicht sagen.
Das Bundesamt für Naturschutz hat jetzt wiederholt kritisiert, dass deutsche Flüsse nur noch rund ein Drittel ihrer ursprünglichen Auenflächen haben. An Elbe, Rhein oder Donau seien es teilweise nur noch 10 bis 20 Prozent. "Dabei dienen die Auen dazu, Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten zu schaffen", appelliert Referent Harald Martens. Je natürlicher ein Fluss sei, desto größer sei bei einem Hochwasser auch sein "Pufferpotenzial".
07.06.2013, 12:55 Uhr | dpa
Kommentare
/ 30Top Partner
Diesen Artikel...
Mit diesem Clip ist das Mädchen ein kleiner Star im Internet. zum Video
Das skurrile Penthouse ist unter Steinen und Sträuchern verborgen. mehr
Erkunden Sie die neue T-Online.de und gewinnen Sie einen von 20 Tolino Shine eReader! mehr
Im Südosten noch sonnig, aus Nordwesten Schauer und Gewitter. 18 bis 26 Grad. Deutschlandwetter
Jetzt für Neukunden 50% reduziert - 6 Fl. + 2 Gl. nur 24,90 €! Versandfrei bei Reichsgraf von Plettenberg.
Die ESA wirbt für eine bessere Vorhersage des Weltraumwetters. Aus gutem Grund. mehr
Die blutsaugenden Quälgeister unter dem Mikroskop betrachtet. zum Video
Ungefährlich sind die neuen Tiere nicht. mehr
Scheinbar mühelos können die Orcas das Tempo halten. zum Video
Forschern gelingt eine Sensation: Das weltweit größte Bild des Nachthimmels ist neun Gigapixel groß. mehr
Die spektakulärsten Aufnahmen der NASA von der Erde. zum Video
Hochwertige Apothekenkosmetik z.B. von Vichy, Eucerin, Avène usw. zu günstigen Preisen. mehr
Damenmode in bis zu 25 Spezialgrößen. Alle Modelle auch in Kurzgrößen. bei AtelierGS
Radio mit integrierter Wetterstation & nostalgischem Design für nur 29,99 €. bei Hugendubel.de
Krisen & Konflikte
Panorama
Parteien
Wissen