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Sexueller Missbrauch: Sieben neue Opfer im Bistum Regensburg

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Sieben neue Missbrauchsopfer im Bistum Regensburg

07.04.2010, 09:09 Uhr | apn

Im Bistum Regensburg hat es in den 50er bis 70er Jahren mindestens sieben weitere Missbrauchsfälle gegeben. Insgesamt seien neue Vorwürfe gegen sechs noch lebende Personen erhoben worden: einen Pfarrer, zwei Ordensgeistliche, einen ehemaligen Ordensmann und zwei Ordensschwestern.

Der aktuellste Fall stammt aus dem Jahr 1975, teilte der Pressesprecher des Bistums, Clemens Neck, mit. Unter den Opfern, die sich bei der für sexuellen Missbrauch zuständigen Beauftragten des Bistums, Birgit Böhm, meldeten, sind laut Neck auch zwei ehemalige Domspatzen. Sie berichteten über sexuelle Übergriffe durch eine studentische Hilfskraft und späteren Geistlichen aus den 60er oder 70er Jahren. In diesen Fällen ermittele inzwischen die Staatsanwaltschaft, sagte Neck.

Missbrauch schon in den 60ern

Außerdem hätten sich drei neue Opfer gemeldet, die von zwei bereits verurteilten Geistlichen missbraucht wurden. Allerdings hätten zwei davon den Weg über die Medien gesucht, nur ein Geschädigter habe sich direkt an Birgit Böhm gewandt. Sie beschuldigten demnach unter anderem Georg Z., der 1959 acht Monate Direktor der Domspatzen war. Bisher seien für diesen Zeitraum noch keine Straftaten nachgewiesen worden, erklärte Neck. Der Geistliche Z. sei 1969 vom Landgericht Weiden zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden, weil er sich in dem von ihm gegründeten Jugendmusikcorps in Eslarn an Knaben und Jugendlichen vergangen hatte.

Opfer oftmals sehr verunsichert

Böhm sagte, in den vergangenen Wochen hätten sich "sehr viele" Menschen bei ihr gemeldet, um über Übergriffe zu berichten. Allerdings hätten es die meisten bei unkonkreten Andeutungen belassen. "Die Menschen nehmen oft sehr vorsichtig Kontakt auf, sie überlegen aus Ängsten und Misstrauen heraus genau, ob sie etwas sagen", erzählte Böhm. Zum Teil seien die Opfer auch nicht mehr sicher, wie ihre Peiniger hießen. "In diesem Fall unterstütze ich sie mit Namenslisten und Fotos."

Viele Fälle körperlicher Gewalt

Weil sich neben den Opfern sexuellen Missbrauchs auch zunehmend Opfer anderer körperlicher Gewalt gemeldet hätten, habe das Bistum inzwischen zusätzlich eine Beauftragte zur Klärung von Vorwürfen der Körperverletzung eingesetzt. "Die Anrufe zeigten uns, dass hier oft ein ganz anderer Tätertyp auftrat, dass auch die Opfer häufig andere Bedürfnisse äußerten und dass beide Straftatbestände getrennt voneinander zu betrachten sind", erklärte Neck. Der Großteil der Vorwürfe von Körperverletzung beziehe sich auf das Grundschulinternat in Etterzhausen, aus dem auch Domspatzen rekrutiert würden.

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