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Sachsen-Anhalt: Flucht des Schwerverbrechers in Aschersleben war geplant

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Flucht des Schwerverbrechers in Aschersleben war geplant

25.08.2012, 15:01 Uhr | dapd

Die Flucht des in Berlin gefassten Schwerverbrechers aus Sachsen-Anhalt ist geplant gewesen. "Ein Fluchthelfer aus dem Ostharz ist am späten Freitagabend festgenommen worden", sagte der Direktor des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen-Anhalt, Jürgen Schmökel. Der Mann soll dem Schwerverbrecher ein Auto zur Verfügung gestellt haben. Gegen ihn soll nun ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Gefangenenbefreiung erlassen werden.

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Nach zehn Tagen war die Flucht des Schwerverbrechers am Freitagnachmittag im Berliner Stadtteil Marzahn zu Ende. Spezialeinheiten der Polizei hatten den entflohenen 36-Jährigen festgenommen. An dem Einsatz in Berlin waren nach Angaben des Leiters des Führungsstabs im LKA, Detlef Golz, ein 15-köpfiges Spezialeinsatzkommando aus Berlin und 20 Mobile Einsatzkräfte aus Magdeburg beteiligt. Vier Beamte organisierten schließlich die Festnahme. Zuvor hatten Polizisten das Wohnhaus, in dem sich der Mann aufhielt, observiert.

Schwerverbrecher hielt sich bei Chat-Bekanntschaft auf

Der Schwerverbrecher soll sich in der Wohnung einer Frau mit drei Kindern in Berlin aufgehalten haben. Diese soll er über einen Chat eines privaten Fernsehsenders erst vor einer Woche kennengelernt haben, sagte Golz. Die Frau habe von seiner Vergangenheit und seiner Flucht nichts gewusst. Aufgrund der Wohnsituation mit drei Kindern sei aber kein Zugriff der Beamten in der Wohnung erfolgt.

Der gesuchte Mann sei beobachtet worden, wie er das Haus verließ und mit dem Auto wegfuhr. Zwar hatte er sein Aussehen verändert. Die Haare seien länger und anders gefärbt als auf dem Fahndungsbild, sagte Schmökel. Aber der Mann habe sich beim Autofahren sehr auffällig verhalten. Auf einem Parkplatz sei er dann überwältigt worden.

Laut Golz seien die ersten Worte des Schwerverbrechers nach der Festnahme gewesen: "Ich hätte nicht geglaubt, dass ihr mich so schnell findet." Der Mann habe keinen Widerstand geleistet. Auf der Fahrt ins Berliner Gewahrsam sei der Schwerverbrecher sogar eingeschlafen, sagte Karl-Albert Grewe von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord. Sein vorerst letzter "Ausflug" dürfte nun von dort in die Justizvollzugsanstalt (JVA) gehen.

Mann gilt als sehr brutal

Der als gefährlich und sehr brutal geltende Mann hatte am 14. August den Besuch bei seinem sechsjährigen Sohn in der Wohnung der Mutter in Aschersleben zur Flucht genutzt. Er muss wegen Körperverletzung, Vergewaltigung und räuberischer Erpressung noch bis April 2024 in der JVA Burg eine Haftstrafe absitzen. Er soll zudem danach in Sicherungsverwahrung kommen.

Der Mann hatte bei seiner Flucht die Wohnungstür mit einem von außen steckenden Schlüssel abgeschlossen, sodass die zwei ihn bewachenden Beamten nicht gleich die Verfolgung aufnehmen konnten. Zum Zeitpunkt der Flucht sollen sich noch mehrere Kinder mit ihren Müttern in der Wohnung aufgehalten haben. Nach Angaben des Justizministeriums war dies unzulässig. Gegen die Justizbeamten wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Zunächst hatte sich die Fahndung der Polizei auf die Region Aschersleben konzentriert und wurde dann nach Hinweisen auch auf Bayern, Baden-Württemberg und Österreich ausgeweitet. Schließlich hatten die Ermittlungen nach Berlin geführt.

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