14.12.2012, 16:30 Uhr | dpa
Die Bombe im Bonner Hauptbahnhof ist nach WDR-Informationen gezündet worden, aber nicht detoniert. Der Sprengsatz sei fehlerhaft konstruiert gewesen, berichtete der Westdeutsche Rundfunk. Nur dadurch sei eine Katastrophe ausgeblieben.
Die Fernzündung wollten Sicherheitskreise bislang nicht bestätigen. Dies sei nur "eine von mehreren Ermittlungsthesen", so die Polizei.
Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" sollte die Zündung über den mit dem Sprengsatz verbundenen Wecker geschehen. Aufgrund eines Schaltfehlers sei aber keine Explosion ausgelöst worden, so Sicherheitskreise.
Der Verdacht auf einen islamistisch-terroristischen Hintergrund des geplanten Attentats habe sich verstärkt. Der Sprengsatz passe von der Machart zu einer Bombenbauanleitung aus dem Internet-Magazin "Inspire", das die Al-Kaida-Filiale im Jemen produziert, hieß es. Bis auf wenige Abweichungen sei die Bombe mit der von "Inspire" beschriebenen Konstruktion identisch.
Mittlerweile hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es lägen nunmehr zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um einen versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung handelt, so die Behörde.
Unterdessen wurde bekannt, dass auch ein weiterer Zeugenaufruf die Ermittlungen noch nicht vorangebracht gebracht hat. Außerdem herrsche weiter Unklarheit über die Identität eines Mannes, der eine Bahn-Mitarbeiterin am Montag im Bonner Bahnhof über die herrenlose Tasche informiert haben soll, so die Kölner Polizei.
Der nun als Zeuge gesuchte Mann soll etwa 40 Jahre alt sein und eine leichte Sprachstörung haben. Laut Polizei berichtete er kurz vor 13 Uhr einer Mitarbeiterin am Servicepoint von dem verdächtigen Gepäckstück auf Gleis eins.
Wenige Minuten zuvor hatte eine Videokamera in einem Fast-Food-Restaurant Bilder eines Tatverdächtigen aufgenommen, der offenbar die blaue Sprengstofftasche bei sich trägt. Nach diesem hellhäutigen Verdächtigen suchen die Ermittler ebenso wie nach einem dunkelhäutigen Mann, der die Tasche laut Polizei wenig später Jugendlichen auf dem Bahnsteig vor die Füße schob und dann weglief.
In der Tasche hatte sich ein hochgefährlicher Sprengsatz befunden, der bei seiner Entschärfung zerstört worden war. Die genauen Hintergründe des Bombenfunds sind weiter unklar.
Quelle: dpa
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