22.12.2012, 19:49 Uhr | dpa, AFP
Mehl statt Bombe, keinen Plan und eine gehörige Portion Naivität: Nach der stundenlangen Geiselnahme in Berlin gibt die Polizei Details über den Täter preis. Es war wohl alles andere als ein Profi, der die Behörden so lange beschäftigte.
Am Samstagabend erließ ein Richter den erwarteten Haftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubes, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth. Bei dem Festgenommenen handele es sich um einen 29-Jährigen aus Wolfsburg in Niedersachsen, teilten die Ermittler mit. "Es zeichnet sich ab, dass der Mann möglicherweise Schulden hatte", hieß es weiter.
Die Bombe, mit der der Mann gedroht hatte, das Bankgebäude zu sprengen, habe aus "drei Kilo Mehl" bestanden. Seine Waffe sei eine Schreckschusspistole gewesen.
Bei den Verhandlungen habe der Geiselnehmer zunächst eine halbe Million Euro gefordert und "dann relativ zügig auf eine Million erhöht". Es sei allerdings deutlich geworden, dass er "mit der Situation selber nicht sehr glücklich" war.
"Er hat sich vorher nicht so richtig viele Gedanken gemacht", so der Einsatzleiter der Polizei. Es sei keineswegs falsch, den Täter als "naiv" zu bezeichnen, sagte der Einsatzleiter. Allerdings habe die Polizei davon ausgehen müssen, dass der Geiselnehmer trotzdem gefährlich sei, da er mit der Zündung einer Bombe gedroht habe.
Seine 40-jährige Geisel sei relativ gefasst und stabil, teilte die Polizei weiter mit. Der Täter habe ihn gut behandelt.
Quelle: dpa, AFP
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