07.01.2013, 13:34 Uhr | t-online.de, dpa
Vor dem Gericht in Neu-Delhi fährt das Polizeifahrzeug vor, in dem die Angeklagten vermutet werden (Quelle: AFP)
Vor Beginn des Mordprozesses gegen fünf mutmaßliche Peiniger einer indischen Studentin sind die Beschuldigten dem Gericht in Neu Delhi vorgeführt worden. Richterin Namrita Aggarwal hatte den überfüllten Saal zuvor räumen lassen. Sie begründete das damit, dass die Sicherheit der Verdächtigen in der Menge nicht gewährleistet sei. Gleichzeitig berichten Medien, dass sich zwei der Männer als Kronzeugen anbieten.
Zwei der Angeklagten haben laut der Nachrichtenagentur Reuters beantragt, gegen die anderen auszusagen. So können sie möglicherweise auf eine mildere Strafe hoffen. Es handelt sich um einen 20-jährigen Fitnesstrainer und einen 19 Jahre alten Obstverkäufer.
Vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit war es im Verhandlungssaal zu Tumulten gekommen. Anwälte stritten untereinander, nachdem zwei von ihnen angeboten hatten, die Beschuldigten zu vertreten. Sie wollten damit einen Boykott der Anwaltskammer im Distrikt brechen, die beschlossen hatte, eine Verteidigung der Männer "aus moralischen Gründen" zu verweigern.
Den Beschuldigten sollte hinter verschlossenen Türen die Anklageschrift übergeben werden, in der ihnen außer Mord auch Vergewaltigung auch andere Verbrechen vorgeworfen werden. Danach soll der Fall an ein neues Schnellgericht in Neu Delhi verwiesen werden.
Die Täter haben noch versucht, die Frau und ihren Freund mit dem Bus zu überfahren, als die beiden auf der Straße lagen. zum Video
Ein konkretes Datum für den in den kommenden Tagen erwarteten Prozessbeginn gibt es noch nicht. Den fünf erwachsenen Beschuldigten droht der Galgen. Beim sechsten Verdächtigen wird mit Knochentests geprüft, ob er - wie er selbst behauptet - minderjährig ist.
Das 23-jährige Opfer war am 16. Dezember in einem fahrenden Bus in Neu Delhi vergewaltigt und gefoltert worden. Vor gut zwei Wochen starb die junge Frau an ihren Verletzungen. Ein Begleiter der Medizinstudentin überlebte verletzt. Die Familie der Toten fordert die Hinrichtung aller sechs Beschuldigten. Der Vater hatte am Sonntag in einem Interviews verlangt, an ihnen ein Exempel zu statuieren.
Indische Medien melden unterdessen weitere Gewalt gegen Frauen. Demnach wurde in Noida, einem Vorort Neu Delhis, die Leiche einer vermutlich vergewaltigten und ermordeten Frau gefunden. Die "Times of India" berichtet, zwei Verdächtige seien festgenommen worden, ein Dritter sei auf der Flucht. Fünf Polizisten seien suspendiert worden, nachdem sich ihre Wache zunächst geweigert habe, eine Anzeige aufzunehmen.
Die Nachrichtenagentur IANS meldete die Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Neu Delhi durch einen Mann und einen Jugendlichen. Der Nachrichtensender NDTV berichtete, im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh seien ein Lehrer und ein Wachmann unter dem Vorwurf festgenommen worden, vier Schülerinnen vergewaltigt zu haben.
Quelle: t-online.de, dpa
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