07.01.2013, 16:11 Uhr | t-online.de
Den Einwohnern Islands wird nachgesagt, dem Alkohol nicht gerade abgeneigt zu sein. Ein Inselbewohner hat dies nun mehr oder minder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Weil er seine Liebe zu Brandy und Whiskey allerdings in einem Flugzeug auf dem Weg von Reykjavik nach New York auslebte, fand er sich schließlich mit Paketband gefesselt in seinem Sitz wieder.
Das Bild verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken. Ein Passagier des Iceland Airline-Fluges hatte seinen Sitznachbar fotografiert, wie dieser mit grünem Klebeband über Mund, Brust und Knöcheln eingepfercht auf seinem Sitz hockte. Der Kopf rot, das khakifarbene Hemd am voluminösen Bauch aufgeplatzt, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.
Kurz zuvor hatte der Mann, der von seiner Heimat aus auf dem Weg nach Jamaika war, zunächst einen über den Durst getrunken und dann randaliert. Der Inhalt einer Flasche Brandy und mehrerer Flachmänner soll den Weg in den Magen des Namenlosen gefunden haben. Dann würgte er eine Frau, bespuckte weitere Passagiere und rief, das Flugzeug werde abstürzen.
Ein sich nicht im Dienst befindlicher Pilot und zwei couragierte Mitflieger griffen schlussendlich ein, überwältigten den Betrunkenen und setzten ihn mit Klebeband außer Gefecht. Am John F. Kennedy Airport in New York wurde der Mann dann in Gewahrsam genommen, für eine Nacht festgesetzt und nach der Ausnüchterung wieder freigelassen. Dass es zu keiner Anzeige kam, war lediglich dem Umstand geschuldet, dass keiner der Passagiere eine offizielle Aussage bei der Polizei tätigte.
So glimpflich die Geschichte für den Isländer endete, so besonders nahm anschließend die Geschichte von Andy Ellwood ihren Lauf. Ein Freund des Bloggers war mit an Bord gewesen und hatte das Foto gemacht, das kurze Zeit später den Weg in Facebook, Twitter und diverse Blogs fand. Ellwood entdeckte es und bat seinen Kumpel um Erlaubnis, es auch auf seinem Blog zu publizieren.
Kurze Zeit später griff die "New York Post" das Foto auf und verkündete fälschlicherweise, Ellwood selbst sei der Gefesselte. "Das einzige Problem war: Ich war gar nicht an Bord des Flugzeugs", schrieb Ellwood nun auf seiner Website. Es kostete ihn mehrere Stunden, den Fehler zu korrigieren, "meine Mutter zu beruhigen" und dutzende Reporter, die ihn kontaktierten, davon zu überzeugen, dass er nichts wusste. In dieser Zeit hatte der eigentlich schuldige Isländer New York längst verlassen: Richtung Jamaika, der Heimat des Rums.
Quelle: t-online.de
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