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Hells Angels und Satudarah lassen Rockerkrieg in NRW aufflammen

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Schüsse in der Nacht und Blut - Der Rockerkrieg ist zurück

26.02.2013, 08:57 Uhr | Frank Christiansen, dpa

Ein Polizist bewacht den Eingang des Duisburger Krankenhauses, in dem der verletzte Rocker liegt. (Quelle: dpa)

Ein Polizist bewacht den Eingang des Duisburger Krankenhauses, in dem der verletzte Rocker liegt. (Quelle: dpa)

In Oberhausen ist ein junger Rocker der "Hells Angels" angeschossen worden - wieder mal, muss man sagen. Denn die schwelenden Konflikte im Rockermilieu in Nordrhein-Westfalen führen immer wieder zu massiven Gewaltausbrüchen. Und die Liste wird fast täglich länger.

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Nachts fallen in Duisburg häufig Schüsse. Tagsüber stehen verunsicherte Anwohner ratlos vor Einschusslöchern in Autos und Läden. Zuvor waren die Rockergruppen Hells Angels und Satudarah mit Fäusten und Schlagwaffen aufeinander losgegangen.

In Düsseldorf wälzt sich ein 26-Jähriger durch Messerstiche verletzt in seinem Blut. Er wird der Gruppe Satudarah zugerechnet und einer der mutmaßlichen Täter den Hells Angels. Am vergangenen Wochenende wird in Oberhausen ein 23-jähriger Hells Angel niedergeschossen. Der Rockerkrieg, er ist zurück in Nordrhein-Westfalen.

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Die Polizei versucht mit nächtlichen Kontrollen und starker Präsenz, die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Als die niederländischen Satudarah-Rocker im vergangenen Sommer ein eigenes Chapter in Duisburg gründeten, war das als Kampfansage an die Hells Angels gedeutet worden. Die Befürchtungen sind inzwischen wahr geworden.

Zunehmendes Konfliktpotenzial

"Wir nehmen die Entwicklung ernst. Die Provokationen nehmen zu", sagt Thomas Jungbluth, als Kriminaldirektor im Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität zuständig. "Die Clubs haben sehr stark expandiert und viele neue Mitglieder rekrutiert. Das birgt Konfliktpotenzial." Außerdem gebe es Hinweise, dass sich Satudarah auch im Raum Kleve ansiedeln will. "Das könnte von den Hells Angels als Provokation empfunden werden."

Dennoch hätten der staatliche Druck und die Verbote der Hells Angels in Köln und der Bandidos in Aachen gewirkt. "Dort ist die Szene deutlich ruhiger geworden." Zudem hätten sich die Bandidos in Oberhausen und der Hells-Angels-Charter Midland in Solingen selbst aufgelöst, wohl weil sie Verbote befürchteten. Die Konfliktlinie verlaufe derzeit am Niederrhein: "Da passiert am meisten."

"Die jungen Wilden machen, was sie wollen",

Und es könnte sich ein weiterer Konflikt anbahnen: In Bergheim wird ein Mitglied der rockerähnlichen Black Jackets erschossen, die aus Baden-Württemberg kommend in NRW Fuß gefasst haben. Auch wenn die Tat nicht den Rivalitäten zugerechnet wird, wirft sie ein Schlaglicht auf eine weitere Gruppe, die in NRW neu auf dem Markt ist und bei den Geschäften der Gangs mitmischen will.

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"Zudem mischt eine neue Rocker-Generation die Szene auf", berichtet der Düsseldorfer Journalist Jörg Diehl (Spiegel Online), der seit vielen Jahren im Rockermilieu recherchiert und gerade ein Buch über den "Rockerkrieg" geschrieben hat.

"Die jungen Wilden machen, was sie wollen", sagt Diehl. "Motorräder spielen immer weniger eine Rolle. Und für die alten Silberrücken wird es schwieriger, die Situation zu beherrschen. Die strikte Rocker-Hierarchie ist kaum noch durchzusetzen."

Überläufer in den beiden Rockerbanden

Ein Indiz dafür ist der Wechsel ganzer Scharen von Rockern zwischen Bandidos und Hells Angels. "Früher wäre das undenkbar gewesen", sagt Diehl. So nehme inzwischen Ramin Y., der vor einem Jahr bei einer blutigen Massenschlägerei von 100 Rockern in Mönchengladbach als Bandido einen Hells Angel niedergestochen haben soll, inzwischen bei den Angels eine führende Rolle ein.

Die Rockerfehden haben in NRW auch schon Tote gefordert. 2007 wird ein Hells Angel in Ibbenbüren erschossen, 2009 stirbt Bandido "Eschli" in Duisburg. 2012 gibt es in Mönchengladbach beinahe den nächsten Toten - bei einer Straßenschlacht von Rockern, zu der Polizei auch aus den umliegenden Städten eilt, wird ein Höllenengel lebensgefährlich verletzt.

Quelle: Frank Christiansen, dpa

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