Organspende-Skandal
Schwere Verstöße bei Organvergabe05.09.2013, 12:00 Uhr | dpa
Kontrolleure sind in vier deutschen Kliniken auf schwerwiegende Verstöße bei der Vergabe von begehrten Spenderorganen gestoßen. Durch Falschangaben sollen Patienten auf der Warteliste nach vorn gerückt sein.
14 Monate nach dem Auffliegen des Transplantationsskandals geriet damit neben den Unikliniken Göttingen, Leipzig und München Rechts der Isar auch das Universitätsklinikum Münster (UKM) in Verdacht.
In Göttingen, wo der frühere Leiter der Transplantationsmedizin vor Gericht steht, habe es etwa eine Vielzahl systematischer oder bewusster Falschaussagen gegeben. "Wir haben in Leipzig, München rechts der Isar und Münster ebenfalls eindeutige Anhaltspunkte für systematische Falschangaben, wenn auch teilweise in zahlenmäßig geringerem Umfang", sagte Rinder. Der Bericht nennt: 79 Verstöße in Göttingen, 76 in Leipzig, 38 in München, 25 in Münster.
Die Klinik in Münster hatte bereits nach einem anonymen Hinweis über angebliche Unregelmäßigkeiten im August die Staatsanwaltschaft informiert. 16 Vorwürfe weist das UKM in einer Stellungnahme nun zurück, weil hier die Richtlinien der Bundesärztekammer nicht eindeutig zu interpretieren seien. Die Verstöße am UKM seien keinesfalls kriminell, betonte die Kammer. Es geht hier auch es um unterschiedliche Bewertungen von Dialyseverfahren. Wer eine Dialyse braucht, bekommt für die Warteliste mehr Punkte.
Im Göttinger Organspende-Prozess legten unterdessen Zeugenaussagen nahe, dass Menschen an der dortigen Uniklinik möglicherweise fälschlich als Dialysepatienten eingestuft wurden. Die Klinikleitung in Leipzig betonte, durch Änderungen seien alle Bedingungen geschaffen, Richtlinienverstöße in Zukunft zu verhindern.
Auch in Regensburg sollen Patientendaten manipuliert worden sein, aber vor dem Prüfzeitraum, wie es bereits bisher geheißen hatte - für 2010/2011 wurden keine systematischen Probleme festgestellt.
Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte, die Gründe für Manipulationen könnten im Wettbewerb der Kliniken und im Streben nach Ruhm liegen. "Es ist äußerst bedrückend zu sehen, wie die Vorgänge in einzelnen Transplantationszentren ein ganzes System ins Wanken bringen." Die Spendebereitschaft ist auf einem Tiefpunkt. Die Mehrzahl der Kliniken arbeite einwandfrei, die Ärzte gewissenhaft, betonten Ärzte- und Klinikvertreter.
Auf die Leberzentren soll in den kommenden Jahren die Prüfung der weiteren Organprogramme folgen. Es gibt 47 Transplantationszentren. Der Vizechef des Kassenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, kritisierte die hohe Zahl dieser Zentren - die meisten erreichten vorgesehene Mindestmengen für die prestigeträchtigen Eingriffe nicht.
05.09.2013, 12:00 Uhr | dpa
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