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Schießerei auf US-Navy-Stützpunkt: Mindestens zwölf Tote bei Blutbad in Washington

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Schießerei auf US-Navy-Stützpunkt  

"Er zielte mit der Waffe auf uns"

17.09.2013, 00:28 Uhr | dpa

Schießerei auf US-Navy-Stützpunkt: Mindestens zwölf Tote bei Blutbad in Washington. Washington, Navy, Schießerei, USA (Quelle: Reuters)

Polizeieinsatz vor dem Navy-Gebäude in Washington (Quelle: Reuters)

Bei einem Blutbad in einem Kommandozentrum der US-Marine in der Hauptstadt Washington sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Ein mutmaßlicher Täter sei bei der Schießerei im sogenannten Navy Yard von der Polizei getötet worden, sagte Polizeichefin Cathy Lanier.

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Während die Polizei zunächst nach zwei weiteren Verdächtigen gefahndet hatte, wurde einer der Männer mittlerweile entlastet. Der gesuchte weiße Mann sei identifiziert worden und habe nichts mit dem Blutbad zu tun, teilte die Polizei über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Über den zweiten gesuchten Verdächtigen lagen keine neuen Angaben vor.

Motiv noch unklar

Nach der Schießerei hatten die Behörden zwei unbekannte Männer zur Fahndung ausgeschrieben - einen weißen Mann zwischen 40 und 50 Jahren in Uniform und Barett sowie einen ebenfalls uniformierten schwarzen Mann in der gleichen Altersklasse. Augenzeugen hatten sie mit der Bluttat in Verbindung gebracht.

Das Motiv für die Tat sei unklar, sagte Bürgermeister Vincent Gray. Die Bundespolizei FBI und die Strafverfolgungsbehörde der Navy NCIS übernahmen die Ermittlungen.

War ein Täter externer Mitarbeiter im Gebäude?

Die Schießerei ereignete sich am Morgen (Ortszeit) in dem schwer bewachten Gebäude 197 auf dem Marine-Areal. In dem Kommandokomplex arbeiten rund 3000 Menschen.

Über die Identität des getöteten Verdächtigen wurden von offizieller Seite noch keine Angaben gemacht. Der TV-Sender NBC meldete, es handele sich um einen 34-Jährigen aus dem Bundesstaat Texas. Er habe kürzlich begonnen, als externer Mitarbeiter in dem Navy Yard zu arbeiten. Er sei mit einem Sturmgewehr und anderen Waffen ausgestattet gewesen.

Augenzeugen berichten

Augenzeugen berichteten von den schrecklichen Vorfällen: "Wir bemerkten ihn am Ende des Ganges", sagte ein Augenzeuge im Fernsehen. "Er zielte mit der Waffe auf uns und feuerte mindestens zwei oder drei Schüsse ab", so der Mann weiter. Die Menschen seien verängstigt den Flur entlang gerannt und hätten gedrängelt und geschubst, um vor dem Schützen zu fliehen. "Es war einfach verrückt."

Ein anderer Mann erzählte, wie er die dumpfen Geräusche hörte, als er mit Kollegen in einer Konferenz saß. "Das ist keine Übung! Los, los, los!", soll ein Mitarbeiter gerufen haben, bevor sie in Richtung Notausgang stürmten.

Erhöhte Sicherheitsstufe für Pentagon

Die Gegend, in der sich auch viele Wohnhäuser, Geschäfte und ein Baseball-Stadion befinden, wurde weiträumig abgesperrt. Mehrere umliegende Schulen wurden von der Polizei unter besonderen Schutz genommen.

Der Flughafen der Stadt setzte den Flugverkehr vorübergehend aus, nahm ihn aber später wieder auf. Helikopter kreisten über dem betroffenen Gelände. Für den zwei Kilometer entfernten Kongress sowie das Pentagon galt eine erhöhte Sicherheitsstufe. Der Senat sagte seine Nachmittagssitzungen ab.

Präsident Obama erschüttert

Der Präsident beklagte, dass in den USA erneut Menschen bei einer Massenschießerei getötet wurden. "Es war eine Schießerei, die auf unser Militär- und Zivilpersonal abzielte", sagte er. "Sie sind Patrioten, und sie kennen die Gefahr, in Übersee zu dienen, aber heute trat ihnen die unglaubliche Gewalt entgegen, die sie hier zu Hause nicht erwartet hätten", sagte Obama. Er versicherte, es werde alles getan, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Erinnerungen an Fort Hood

Der Navy Yard ist eine mehr als zwei Jahrhunderte alte Küstenanlage der Marine am Anacostia River. Sie diente einst als Waffenfabrik und Werft. Heute beherbergt das Gelände verschiedene Kommando- und Verwaltungsstellen, darunter das Büro des Admiralstabschef der Navy und ein Militärgericht. Das Areal befindet sich etwa zwei Kilometer südöstlich des Kapitols und wird umgeben von einem Wohngebiet und einem Baseballstadion.

In den USA weckte der Vorfall Erinnerungen an den Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Dort erschoss im November 2009 der muslimische US-Militärpsychiater Nidal Hasan 13 Menschen, viele weitere wurden verletzt. Der 43-Jährige wurde dafür im vergangenen Monat von einer Militärjury zum Tode verurteilt. Es gibt bisher aber keine Hinweise, dass beide Fälle vergleichbar sind.

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