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Kriminalstatistik: Fremdenfeindliche Gewalt auf Höchststand

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Trauriger Rekord  

Fremdenfeindliche Gewalt auf Höchststand

06.05.2015, 18:37 Uhr | rtr, dpa

Kriminalstatistik: Fremdenfeindliche Gewalt auf Höchststand . Ein Beispiel für die zahlreichen fremdenfeindliche Straftaten: Anfang April brannte die geplante Asylbewerberunterkunft in Tröglitz. (Quelle: dpa)

Ein Beispiel für die zahlreichen fremdenfeindliche Straftaten: Anfang April brannte die geplante Asylbewerberunterkunft in Tröglitz. (Quelle: dpa)

In Deutschland hat die Zahl fremdenfeindlicher, antisemitischer oder rassistisch motivierter Kriminalität und Gewalt einen Höchststand erreicht. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) heute vorgestellt hat.

Kirchen, Synagogen und Moscheen werden gezielt angegriffen, auch Unterkünfte von Asylbewerbern und Flüchtlingen: "Das muss gestoppt werden", sagte de Maizière.

Die "Passauer Neue Presse" berichtet, im Jahr 2014 habe es 1596 antisemitische Straftaten gegeben - das seien 25,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein starkes Plus gebe es zudem bei den fremdenfeindlichen Straftaten: Deren Zahl sei um 21,5 Prozent auf 3945 gestiegen.

Anschlag auf Asylbewerberunterkunft

Erst in der vergangenen Nacht hatte es einen Brandanschlag auf eine geplante Asylbewerberunterkunft in Rheinland-Pfalz gegeben. Unbekannte setzten in der Gemeinde Limburgerhof in der Nähe von Ludwigshafen eine Siedlung aus Wohncontainern in Brand. Dort sollten in Kürze 16 Flüchtlinge untergebracht werden. Der Sachschaden wird auf 50.000 Euro geschätzt.

Anfang April hatte es einen Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Tröglitz in Sachsen-Anhalt gegeben. 

De Maiziere sagte, jeder in Deutschland lebende Mensch müsse unabhängig vom Aufenthaltsstatus sicher vor Angriffen sein. Die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden sei um 120 Prozent auf 895 gestiegen. 203 Übergriffe gegen Unterkünfte wurden im vergangenen Jahr registriert.

Täglich 416 Einbrüche in Deutschland

Darüber hinaus berichtete der Innenminister, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche auf den höchsten Wert seit 1999 gestiegen ist: Bundesweit wurde im vergangenen Jahr mehr als 152.000 Mal eingebrochen.

Für den stetigen Zuwachs an Einbrüchen machen die Behörden vor allem international agierende Einbrecherbanden verantwortlich. Um gegen diese Banden vorzugehen, setzt die SPD auf eine bessere Vernetzung zwischen den Polizeibehörden der Bundesländer.

Die sozialdemokratischen Innenexperten im Bundestag wollen deshalb die sogenannte Koordinierungsstelle beim Bundeskriminalamt (BKA) personell und finanziell besser ausstatten. Um Tatmuster zu erkennen, müssten vorhandene Daten zusammengeführt werden, erklärte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Burkhard Lischka.

Insgesamt mehr Straftaten als im Vorjahr

Die Zahl aller Straftaten ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2010 wieder auf etwas mehr als sechs Millionen geklettert. Das ist ein Anstieg von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immerhin ist auch die Aufklärungsquote leicht gestiegen und lag im Jahr 2014 bei 54,9 Prozent.

"Deutschland ist nach wie vor ein Land - auch und gerade im internationalen Vergleich -, in dem die Bürgerinnen und Bürger alles in allem sicher leben können", sagte de Maizière. Es gebe aber Anlass zu "Besorgnis in einigen Feldern". So habe die Zahl ausländischer Tatverdächtiger zugenommen - und zwar um 14 Prozent. Der Anteil nicht-deutscher Täter liege bei 24,3 Prozent aller Tatverdächtigen - der Großteil aller Straftäter ist demnach deutscher Herkunft.

Jugendkriminalität nimmt ab

Erfreulich sei, dass die Jugendkriminalität um 9,3 Prozent abgenommen habe - wenngleich von einem hohem Niveau. "Man kann nicht sagen, dass die Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland immer gewalttätiger werden", de Maizière. Sorge bereite jedoch die Intensität der Gewalt.

Zurückgegangen seien auch sexueller Missbrauch von Kindern, Kfz-Diebstahl sowie Sachbeschädigungen.

SPD fordert mehr Ermittler

SPD-Mann Lischka macht sich dafür stark, die Zahl der Ermittler zu erhöhen: Nach seiner Auffassung sollten die Mitarbeiter bei der Koordinierungsstelle von acht auf mindestens 30 erhöht werden. Auch die BKA-Einheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität müsse von derzeit 750 auf etwa 900 Mitarbeiter aufgestockt werden.

Notwendig seien darüber hinaus Investitionen von 15 bis 20 Millionen Euro, um die Ermittler technisch besser auszustatten. "Nur so kann verhindert werden, dass Beweise teilweise jahrelang nicht ausgewertet werden", heißt es in einem aktuellen Positionspapier der Sozialdemokraten.

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