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Bayern-Erharting: Polizei erschießt Bewohner in Pflegeheim

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Drama in Erharting  

Polizei erschießt Pflegeheimbewohner

13.07.2016, 18:32 Uhr | dpa

Bayern-Erharting: Polizei erschießt Bewohner in Pflegeheim. Tödlicher Polizeieinsatz in einem oberbayerischen Pflegeheim.  (Quelle: dpa)

Tödlicher Polizeieinsatz in einem oberbayerischen Pflegeheim. (Quelle: dpa)

Bei einem Polizeieinsatz in einem Pflegeheim im oberbayerischen Erharting ist ein 62-jähriger Bewohner erschossen worden. Er war mit einem Messer auf einen Beamten losgegangen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Nach den bisherigen Ermittlungen war der 62-Jährige mit einem Messer auf zwei Beamte einer Streife losgegangen und hatte einen jungen Polizisten verletzt. Der 62-Jährige sollte in eine psychiatrische Klinik gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu den tödlichen Schüssen. Polizeiinterne Ermittlungen führt das Landeskriminalamt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte rasche Aufklärung.

Der Fall stellt sich aus Sicht der Polizei folgendermaßen dar: Auf Anordnung des Landratsamtes in Mühldorf am Inn sollte der Bewohner des Seniorenpflegeheimes in eine Nervenklinik gebracht werden - warum und ob bereits richterlich bestätigt, ist bisher unbekannt. Wie bei solchen Einweisungen nicht unüblich, wurde eine Polizeistreife angefordert, um die Maßnahme zu begleiten.

Polizist "erheblich verletzt"

Als Sanitäter und die beiden Beamten das Zwei-Bett-Zimmer betreten, geht der 62-Jährige laut Polizei sofort mit dem Messer auf sie los. Der jüngere der beiden Polizisten wird dabei "erheblich verletzt", heißt es in dem Polizeibericht. Der Beamte wird später ins Krankenhaus gebracht.

Mindestens einer der Polizisten zieht eine Dienstwaffe. Der Angreifer wird von mehreren Schüssen getroffen und erliegt noch am Einsatzort seinen Verletzungen, so der Bericht. Wie viele Schüsse fielen und ob nur einer der Beamten oder beide zur Waffe griffen, war zunächst offen. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) müssen den Fall nun aufklären.

Deutschlandweit einmaliger Vorgang

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz nannte es einen deutschlandweit einmaligen Vorgang, dass ein Pflegeheimbewohner von der Polizei erschossen wird. Der Fall müsse rasch vollständig aufgeklärt werden, sagte Vorstand Eugen Brysch. Vor allem solle herausgefunden werden, mit welcher Eigensicherung die Polizisten bei dem Einsatz vorgingen. Es gebe schließlich Stichschutzwesten und Pfefferspray, erläuterte der Sprecher der Organisation für Pflegebedürftige und Schwerstkranke.

Das Seniorenpflegeheim hat nach eigenen Angaben 48 Plätze in der allgemeinen Pflege und 16 Plätze für Bewohner mit altersbedingten psychiatrischen Krankheiten. Träger ist die Domus Mea Management GmbH, die drei Seniorenhäuser betreibt.

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