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Deutsche Bahn: Zugpersonal soll sich mit Pfefferspray bewaffnen

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Immer mehr Gewalt gegen Zugbegleiter  

Bahn will Zugpersonal mit Pfefferspray bewaffnen

16.09.2016, 18:35 Uhr | dpa, t-online.de

Deutsche Bahn: Zugpersonal soll sich mit Pfefferspray bewaffnen. Zugpersonal und andere Bahnmitarbeiter werden immer häufiger angegriffen. (Quelle: dpa)

Zugpersonal und andere Bahnmitarbeiter werden immer häufiger angegriffen. (Quelle: dpa)

Die Gewalt gegen Zugpersonal nimmt massiv zu. Alleine im ersten Halbjahr 2016 gab es 1100 Angriffe gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Der Konzern will diesen Anstieg um 28 Prozent nicht hinnehmen und Maßnahmen ergreifen, um sein Personal besser zu schützen.

Vom heißen Kaffee im Gesicht des Zugbegleiters bis hin zum Angriff mit einem Messer. Bahn-Mitarbeiter werden immer häufiger Opfer von Gewalt. Sie werden bespuckt, geschubst, geschlagen und manchmal lebensgefährlich attackiert. Nun will der Konzern stärker gegensteuern. 

Die Straftaten in Zügen und Bahnhöfen insgesamt gehen zwar weiter zurück. "Bahnkunden werden in Zügen und Bahnhöfen eher selten angegriffen", sagte Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke. "Die Angriffe auf unsere Mitarbeiter nehmen aber deutlich zu. Wir lassen uns von durchgeknallten Menschen nicht länger auf dem Kopf herumtanzen."

Pfefferspray und Alarmgeräte

Geplant sind zunächst Pfefferspray und Alarmgeräte für Zugbegleiter, mehrere hundert Schutzhunde für die Sicherheitskräfte und Ausbildungseinheiten zu Deeskalation und Eigensicherung. Auch die Gewerkschaftsseite sieht großen Handlungsbedarf.

Im Gespräch mit t-online.de erläuterte ein Bahnsprecher: "Das Pfefferspray, bei uns Abwehrspray genannt, ist natürlich nur das aller letzte Mittel zur Abwehr eines schweren Angriffes." Die Bahn will dabei ein Spray entwickeln, dass die Gefahr für Unbeteiligte in einem Zugabteil gering hält. Auch die Angreifer würden in Zügen teilweise mit Pfefferspray attackieren.

"Trainmarshals" sind keine Alternative

In Flugzeugen kommen die sogenannten "Airmarshals" zum Einsatz. Das sind als Passagiere getarnte Sicherheitsmitarbeiter, die im Fall der Fälle eingreifen. Dieses Konzept ist auf Züge kaum anwendbar, wie die EU-Verkehrsminister festgestellt haben.

Ein "Trainmarshal" säße in einem von vielen Waggons und müsste im Falle eines gewaltsamen Angriffes erst einmal durch mehrere Wagons eilen, um den Tatort zu erreichen. Bei vollen Zügen ein wenig effizientes Vorgehen.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern ist er deutlich langsamer als sein Vorgänger. (Screenshot: Deutsche Bahn)
Der neue ICE 4 der Deutschen Bahn

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern ist er deutlich langsamer als sein Vorgänger.

Der neue ICE 4 der Deutschen Bahn

(Quelle: Deutsche Bahn)


Videokameras schrecken Gewalttäter ab

Ein erfolgversprechendes Konzept ist die Überwachung mit Videokameras. Die Bahn hat in über 700 wichtigen Bahnhöfen über 5000 Videokameras im Einsatz und in Nahverkehrszügen und S-Bahnen sind es 27.000. "Täter, die im Affekt oder unter Alkoholeinfluss handeln, schreckt das zwar kaum ab, aber in diesen Fällen helfen die Kameras bei der Beweissicherung", erläutert der Bahnsprecher.

Derzeit testet die Bahn auch Bodycams, um die Sicherheit zu erhöhen. (Quelle: dpa)Derzeit testet die Bahn auch Bodycams, um die Sicherheit zu erhöhen. (Quelle: dpa)

Derzeit erprobt die Bahn zudem in Berlin den Einsatz von Bodycams, wie es auch die Polizei tut. Sicherheitsmitarbeiter in Bahnhöfen sind bereits damit ausgestattet. "Die Mitarbeiter kündigen bei Eskalationen an, dass die Situation ab sofort per Video aufgezeichnet wird. Die Erfahrungen dieses seit sechs Wochen laufenden Pilotprojektes zeigen, dass sich dadurch die Situation fast immer deutlich beruhigt." Der Einsatz dieser Bodycams ist für die Bahn in Zukunft an markannten Punkten denkbar.

Mehr Sicherheitskräfte und Training der Mitarbeiter

Zu den weiteren Maßnahmen der Bahn gegen Gewalt gehört die Erhöhung der Zahl ihrer Sicherheitskräfte um 500 auf 4.200. Investiert wird auch in intelligente Videotechnik, die etwa per Software-Auswertung herrenlose Koffer, Menschen auf Gleisen oder Taschendiebe erkennen kann. Jeder Mitarbeiter mit Kundenkontakt erhalte eine neue Grundausbildung für brenzlige Situationen. Für die konzerneigenen Sicherheitskräfte sollen Fitness und Ausdauer sowie Kampfsport Kernelemente der Ausbildung werden.

Streifen mit Schutzhunden

Vorgesehen sind auch Streifen aus drei bis fünf Kollegen mit Schutzhunden. "Bei diesem Thema werden wir richtig investieren", sagte Sicherheitschef Rischke. "Hunde verschaffen auch bei schwieriger Klientel mehr Autorität." Geprüft wird, ob besonders geschulte Mitarbeiter für ausgewählte Einsätze Schlagstöcke wie bei der Polizei erhalten. Auch der Stock soll dabei nur als letztes Mittel zur Verteidigung gegen einen Angriff dienen.

Konsequente Bestrafung von Intensivtätern

Das Unternehmen setzt auch auf die Justiz. Jeder dritte Angriff werde von einem "polizeibekannten Intensivtäter" begangen, sagte der Sicherheitschef. Sie müssten konsequent bestraft und aus dem Verkehr gezogen werden. "Denn wer nichts zu verlieren hat, hat auch keinen Respekt vor Uniformen."

Notwendig sei auch politische Unterstützung, machte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft deutlich: Die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen müssten mehr Geld für die Sicherheit bereit stellen, sagte der Vizevorsitzende Klaus-Dieter Hommel. 

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