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Flüchtlinge: Syrer in Leipzig müssen Racheakt des IS befürchten

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Nach Festnahme des Terrorverdächtigen  

Syrische Helfer müssen Racheakt des IS befürchten

11.10.2016, 17:55 Uhr | dpa, t-online.de

Flüchtlinge: Syrer in Leipzig müssen Racheakt des IS befürchten. Bei einem ersten Zugriff in Chemnitz konnte der Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr den Einsatzkräften entkommen. (Quelle: dpa)

Bei einem ersten Zugriff in Chemnitz konnte der Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr den Einsatzkräften entkommen. (Quelle: dpa)

Der Leiter der Leipziger Syrienhilfe, Hassan Zeinel Abidine, befürchtet nach der Festnahme des Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr Racheakte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). "Eine solche Tat wird sicherlich vom IS nicht vergessen", sagte Abidine.

Die deutschen Behörden müssten daher für die Sicherheit der syrischen Flüchtlinge sorgen, die den Terrorverdächtigen überwältigt und der Polizei übergeben hatten.

Zeichen der Anerkennung gefordert 

Unter Landsleuten sei "die mutige Tat der Syrer" sehr gewürdigt worden. Das Lob der Kanzlerin allein reiche aber nicht. "Diese Leute müssen richtig gewürdigt werden. Denn das ist ja das, was alle wollen, was der Rechtsstaat will: Dass der Kampf gegen den Terror eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist."

In diesem Zusammenhang hat der Linken-Politiker André Hahn ein Aufenthaltsrecht für die Syrer gefordert, die zur Festnahme des Terrorverdächtigen beigetragen haben. "Das wäre ein ganz wichtiges Signal an alle hilfebedürftigen und ehrlichen Flüchtlinge, die in ihrer absoluten Mehrheit weder mit dem selbsternannten Islamischen Staat, noch mit irgendwelchen Terroraktivitäten zu tun haben", sagte Hahn im Bayerischen Rundfunk.

Kritik am Schweigen de Maizières

Auch der innenpolitische Sprecher der SPD, Burkhard Lischka, zollte den Syrern, die den entscheidenden Hinweis gaben, großen Respekt: Ihr Handeln sei "bemerkenswert und verdient große Anerkennung", sagte Lischka zu "Spiegel Online". Umso unverständlicher sei es, dass von Innenminister Thomas de Maizière kein Wort des Danks gekommen sei. 

De Maizière hatte in seiner Stellungnahme der Polizei Sachsen, der Bundespolizei, dem Bundeskriminalamt und den Nachrichtendiensten "für die gute Arbeit" gedankt. Die Syrer jedoch ließ der Innenminister unerwähnt. 

"Ich erwarte jetzt, dass der Bundesinnenminister die drei Syrer zu einem persönlichen Treffen einlädt und sich bedankt. Das wäre ein positives Signal an die syrische Community, aber auch an die Bevölkerung, Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht zu stellen", sagte Lischka.

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