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Russland: Kremlkritische Journalistin in Moskau niedergestochen

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"Er wusste, wohin und zu wem er geht"  

Angreifer sticht kremlkritische Journalistin nieder

23.10.2017, 21:01 Uhr | dpa

Russland: Kremlkritische Journalistin in Moskau niedergestochen. Polizisten nehmen den Mann fest, der die stellvertretende Chefredakteurin des Radiosenders Ekho Moskvy, Tatjana Felgengauer, mit einem Messer am Hals verletzt haben soll. (Quelle: dpa/Vitaly Ruvinsky)

Polizisten nehmen den Mann fest, der die stellvertretende Chefredakteurin des Radiosenders Ekho Moskvy, Tatjana Felgengauer, mit einem Messer am Hals verletzt haben soll. (Quelle: Vitaly Ruvinsky/dpa)

Die Moderatorin Tatjana Felgengauer, Moderatorin eines kremlkritischen Radiosenders, wurde bei einer Messerattacke in Moskau schwer verletzt. Der Täter befindet sich in Polizeigewahrsam.

Der Angreifer sei am Montag in den Sitz des Senders Moskauer Echo eingedrungen und habe der Journalistin in den Nacken gestochen, sagte Chefredakteur Alexej Wenediktow. Die 32-Jährige wurde demnach nicht lebensgefährlich verletzt, musste nach einer Operation aber in ein künstliches Koma versetzt werden.

Der Angreifer konnte überwältigt werden. Möglicherweise hatte er psychische Probleme.

Wenediktow zufolge verschaffte sich der Mann Zugang zu dem Gebäude, indem er einen Wachmann mit einem Spray außer Gefecht setzte. "Dann kam er in unsere Etage und drang in unser Büro ein." Er habe es offenbar auf Felgengauer abgesehen, die stellvertretende Chefredakteurin und Moderatorin einer beliebten Morgensendung: "Er wusste, wohin und zu wem er geht."

Aus "persönlicher Feindschaft" gehandelt

"Es gab viel Blut und sie (Felgengauer) befand sich in einem Schockzustand", berichtete der Chefredakteur weiter. Die regierungskritische Moderatorin sei in ein Krankenhaus gebracht, operiert und in ein künstliches Koma versetzt worden. Sie sei schwer verletzt, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

Ein Sicherheitsmann konnte den Angreifer überwältigen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden handelt es sich um einen 48-Jährigen. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen versuchten Mordes eingeleitet.

Die Moskauer Polizei erklärte, es handle sich um einen ausländischen Staatsbürger. Er habe aus "persönlicher Feindschaft" gehandelt. In einem von der Polizei veröffentlichten Video macht der Mann unzusammenhängende Äußerungen und spricht von einer "telepathischen Verbindung" mit seinem Opfer. Felgengauer habe ihn über diese Verbindung "jede Nacht sexuell verfolgt".

Angreifer hatte Plan dabei

Das Moskauer Echo veröffentlichte einen Link zu einem mutmaßlichen Internet-Blog des Angreifers, auf dem dieser Felgengauer beleidigt und bedroht und ebenfalls von einer "telepathischen Verbindung" schreibt.

Chefredakteur Wenediktow sagte, der Angreifer habe einen Plan der Redaktion mit den Namen der Büros in englischer Sprache bei sich gehabt. "Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen."

Der Sender Moskauer Echo war der erste unabhängige Radiosender der Sowjetunion und wurde 1990 in Zeiten der Perestroika gegründet. Er ist bekannt für seine regierungskritische Ausrichtung, auch wenn der Mehrheitsaktionär des Senders seit 2001 der staatliche Energieriese Gazprom ist. Moderatorin Felgengauer nimmt regelmäßig an Kundgebungen der Opposition teil und hat auf Facebook tausende Follower.

Seit 1992 58 Journalisten getötet

Die russische Journalistengewerkschaft kritisierte als Reaktion auf die Messerattacke Reportagen des öffentlichen Fernsehsenders Rossija 24. Darin wurde dem Moskauer Echo und Felgengauer vorgeworfen, für das US-Außenministerium und westliche Nichtregierungsorganisationen zu arbeiten, die Behörden zu kritisieren und an Demonstrationen des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny teilzunehmen.

Die Beiträge hätten "Hass" gegen die Journalisten genährt und damit womöglich zur Attacke gegen Felgengauer beigetragen, erklärte die Gewerkschaft.

Eine andere Journalistin vom Moskauer Echo hatte in diesem Jahr bekanntgegeben, Russland nach einer Reihe von Angriffen auf ihr Haus und ihre Auto verlassen zu haben. In Russland werden immer wieder Journalisten bedroht, angegriffen, verletzt oder gar getötet. Einer Standesorganisation zufolge wurden in Russland seit 1992 58 Journalisten getötet.

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