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"Ich fühl' mich total wach"

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Ronald Schill beim Koksen gefilmt  

"Ich fühl' mich total wach"

07.03.2008, 10:32 Uhr | t-online.de

Ronald Schill beim Koksen in Brasilien (Foto: ddp) Der frühere Hamburger Richter und Innensenator Ronald Schill ist durch ein Video schwer belastet worden. Der Film, der im Internet kursiert und dessen Herkunft unklar ist, zeigt den ehemals wegen seiner harten Urteile „Richter Gnadenlos“ genannten Juristen, offenbar beim Schniefen von Kokain. Unklar ist, ob der 49-Jährige davon wusste dass er gefilmt wird. Deutlich ist zu hören, wie der Hamburger, der sich wohl seit Oktober 2004 in der Karibik und Südamerika aufhält sagt: "Aber jetzt wirkt das Koks bei mir, du! Ich fühl' mich total wach".

Video Schill beim Koksen

Aufnahmen aus dem "Exil"

Auf dem Video sieht man den früheren Richter und Politiker in kurzen Hosen an einem Tisch sitzend. Um ihn herum sind drei Männer zu sehen, die mit Hamburger Akzent sprechen. Auf dem Tisch sind Gläser und eine Flasche zu sehen. Der "Bild“-Zeitung zufolge zeigt das Koks-Video, das zunächst auf YouTube zu sehen war, aber nur einen Ausschnitt des gesamten Streifens. Reporter der Zeitung haben den Film demnach in ganzer Länge gesehen. Er soll nach dem Rauswurf Schills aus der Hamburger Senatsregierung im Sommer 2003 in Brasilien aufgenommen worden sein.

"Der bekannteste Kokser Deutschlands"

Der Zeitung zufolge prahlt Schill auf den nicht veröffentlichten Filmausschnitten damit, er sei nach dem früheren Bundesliga-Trainer Christoph Daum "der bekannteste Kokser Deutschlands". Besonders brisant ist jedoch sein Geständnis, er habe nach Koksvorwürfen gegen sich im Februar 2002 einen negativen Drogentest organisiert. Da mit dem zuerst angewandten Test Kokain bei ihm nachweisbar gewesen sei, habe er dafür gesorgt, dass ein zweiter Haartest mit einer weniger genauen Messung angewandt worden sei, die ihn dann entlastet habe.

Rechtsmediziner widerspricht Schills Darstellung

Der Chef des Instituts für Rechtsmedizin der Universität München widersprach den Vorwürfen Schills. „Die Darstellung von Herrn Schill ist nicht richtig“, sagte Wolfgang Eisenmenger, Vorstand des gerichtsmedizinischen Instituts, zu "Welt Online". Experten seines Instituts hätten bei der Untersuchung von Schills Haaren im Jahr 2002 zunächst einen möglichen Hinweis auf Drogenkonsum gefunden. Jedoch habe die Menge unterhalb der gerichtlich verwertbaren Nachweisgrenze gelegen. Einen angebotenen exakteren Test habe Schill abgelehnt. „Das sprach natürlich dafür, dass Herr Schill hätte etwas verbergen können“, sagte Eisenmenger.

"Von mir haben die Neger alle etwas mehr bekommen"

Zudem äußert sich Schill laut "Bild" abwertend gegen Schwarze. "Reinrassige Neger" aus Afrika könne er nicht leiden. Deshalb lehne er es auch aus moralischen Gründen ab, nach Afrika zu reisen. Die "Neger" würden sich wie Tiere benehmen. Über seine Urteile sagt er demnach: "Von mir haben die Neger alle etwas mehr bekommen."

Schill bei der Vereidigung als Innensenator (Foto: ddp)

Drakonische Urteile gegen kleine Leute

Vor seiner Zeit als Politiker und Gründung der zeitweise recht erfolgreichen „Partei Rechtsstaatlicher Initiative“ hatte Schill als Straf- und Zivilrichter drakonische Urteile gefällt - vornehmlich gegen kleine Leute. So wollte er einmal eine psychisch kranke Frau, die ein Auto zerkratzt hatte ins Gefängnis schicken. Dies und seine ständigen Forderungen nach härteren Strafen brachten ihm von Seiten der Boulevardpresse den Namen „Richter Gnadenlos“ ein.

Bürgermeister erpresst

Im August 2003 kam es in Hamburg zum Bruch der „Schill-Partei“ mit der CDU sowie zu einer persönlichen Auseinandersetzung zwischen von Beust und Schill. Im Anschluss daran entließ von Beust den Innensenator mit dem Vorwurf, dieser habe gedroht, zu veröffentlichen, dass er seinen angeblichen Lebenspartner Roger Kusch zum Justizsenator gemacht habe. Aufgrund dieser Drohung stufte er Schill als „charakterlich nicht geeignet“ ein und warf ihn aus der Regierung.


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