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Schiffbrüchige Teenager nach 50 Tagen im Pazifik gerettet

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Schiffbrüchige Teenager nach 50 Tagen im Pazifik gerettet

25.11.2010, 14:50 Uhr | dpa

Schiffbrüchige Teenager nach 50 Tagen im Pazifik gerettet. Die Karte zeigt den Fundort der Schiffbrüchigen nordöstlich der Fidschi-Inseln (Grafik: dpa)

Die Karte zeigt den Fundort der Schiffbrüchigen nordöstlich der Fidschi-Inseln (Grafik: dpa) (Quelle: dpa)

Drei wochenlang verschollene Kinder im Alter von 14 und 15 Jahren sind aus dem Pazifik gerettet worden. Die Jungen saßen in einem winzigen Boot und drifteten nach eigenen Angaben schon 50 Tage auf dem Meer. Ein Fischkutter nahm sie nordöstlich der Fidschi-Inseln an Bord.

"Es war ein Wunder, dass wir sie gefunden haben", sagte Tai Fredricsen, der Maat des Kutters "San Nikunau" dem Sender Radio Neuseeland in einem Telefoninterview. Die Geretteten sollen am Freitag in der Fidschi-Hauptstadt Suva abgesetzt und im Krankenhaus untersucht werden.

In erstaunlich guter Verfassung

Samuel Perez, Filo Filo (beide 15) und Eduard Nasau (14) seien in erstaunlich guter Verfassung, berichtete der Maat weiter. Sie seien zwar ausgemergelt und von der Sonne völlig verbrannt. "Aber angesichts dessen, was sie durchgemacht haben, waren sie eigentlich ziemlich gut beieinander", sagte Fredricsen. "Eigentlich brauchten sie nur ein bisschen Erste Hilfe: Salbe, um ihre Verbrennungen zu kühlen."

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Die Jungen hatten nach ersten Berichten ein paar Kokosnüsse an Bord und fingen Regenwasser zum Trinken auf. Irgendwann gelang es ihnen, eine Möwe zu fangen, die sie roh verspeisten, erzählten sie der Besatzung des Kutters. Sie wurden mehr als 1300 Kilometer von ihrer Heimatinsel in den Tokelau-Atollen entfernt aus dem Meer gefischt.

Experten: Ernährungszustand ist entscheidend

Udo Fox, Leiter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, hielt den Bericht der Jungen für glaubwürdig. Man könne durchaus sehr lange ohne Nahrung überleben. "Das Problem ist meistens das Verdursten und nicht das Verhungern", sagte Fox. Der Schlüssel zum Überleben sei nicht die gefundene Möwe. Entscheidend seien vielmehr das Regenwasser, die gute körperliche Verfassung der Schiffbrüchigen und ihr starker Überlebenswillen gewesen.

Michael Krawinkel, von Institut für Ernährungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen war dagegen skeptischer. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem Menschen so lange mit so wenig Essen überlebt hätten, sagte er. Völlig auszuschließen sei es aber nicht. "Es hängt vom Ernährungszustand der Menschen ab", so Krawinkel. Dicke Menschen könnten beispielsweise von ihren Fettreserven zehren und länger überleben als Dünne.

Die Jungen wurden seit dem 5. Oktober vermisst. Sie waren in einem kleinen Boot vor den zu Neuseeland gehörenden Tokelau-Inseln in See gestochen und nicht zurückgekehrt. Neuseelands Marine startete eine mehrtägige Suchaktion, blieb aber erfolglos. Die Familien gingen schließlich davon aus, dass die drei ertrunken waren und hielten auf der Insel Atafu ein Trauergottesdienst ab. Die Tokelau-Inseln mit rund 1400 Einwohnern liegen auf halber Strecke zwischen Hawaii und Neuseeland, rund 500 Kilometer nördlich von Samoa.

Kutter rein zufällig in der Nähe

Nach Angaben von Fredricsen tauchte das kleine Boot am Mittwoch in der Nähe der Wallis and Futuna-Inseln aus dem Nichts vor dem Bug des Kutters auf. "Wir kapierten, dass da Leute an Bord waren, und dass so ein kleines Boot dort eigentlich nichts zu suchen hatte", sagte er dem neuseeländischen Nachrichtenportal stuff.co.nz. "Ich habe den Kutter so nah wie möglich rangefahren und sie dann gefragt, ob sie Hilfe brauchten. 'Absolut', riefen sie und waren ganz aus dem Häuschen, uns zu sehen."

Fredricsen ist Sanitäter an Bord der "San Nikunau". Er gab den drei Jungen zunächst Nährstoffinfusionen. Sie hätten aber schon bald kleine Schlucke Wasser und Nahrung zu sich nehmen können.

Es war reiner Zufall, dass der Kutter die Jungen gefunden hat. Die "San Nikunau" hatte in der Nähe von Kiribati gefischt. Normalerweise lädt sie ihre Ladung in Amerikanisch-Samoa ab. Ausnahmsweise war er aber auf dem direkten Rückweg nach Neuseeland und hatte die schnellste Route ausgewählt.

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