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Guttenberg teilt großzügig aus: schwere Vorwürfe gegen Universität Bayreuth

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Guttenberg attackiert Universität Bayreuth

29.11.2011, 11:53 Uhr | dapd, dpa

Guttenberg teilt großzügig aus: schwere Vorwürfe gegen Universität Bayreuth. Karl-Theodor zu Guttenberg meldet sich mit einem Rundumschlag zurück (Quelle: dpa)

Karl-Theodor zu Guttenberg meldet sich mit einem Rundumschlag zurück (Quelle: dpa)

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg macht der Universität Bayreuth in der Plagiat-Affäre schwere Vorwürfe. "Die Universität war in dieser Sache leider nicht unabhängig, wie etwa die Staatsanwaltschaft, sondern immer Partei", sagt der CSU-Politiker in dem Interview-Buch "Vorerst gescheitert". Tatsächlich sei es der Universität um finanzielle Vorteile gegangen. Der 39-Jährige prangert zudem das Verhalten von Politikern und Medien in der Affäre an. Dem Buch zufolge will Guttenberg spätestens Ende Januar wieder vor großem Publikum in Deutschland auftreten.

Guttenberg wirft dem Uni-Gremium vor, ein Urteil schon vor Beginn der eigentlichen Prüfung gefällt zu haben. "Bevor sie mich gehört hat, hat mich die Universität über Durchstechereien an die Medien wissen lassen, wie das Ergebnis ausfallen wird." Die Kommission habe eine Indizien-Annahme aufgestellt, ohne sie sauber zu begründen.

Der Uni-Kommission, die seine Doktorarbeit geprüft habe, sei es um den drohenden Verlust von Forschungsgeldern gegangen. "Ich bin nicht bereit, mir von einer Kommission, die noch nicht einmal mehrheitlich mit Juristen besetzt gewesen ist, eine rechtlich relevante vorsätzliche Täuschung vorwerfen zu lassen", heißt es zudem in dem Buch.

Plagiat-Affäre brachte Shootingstar zu Fall

Im Februar war bekannt geworden, dass Guttenberg große Teile seiner Doktorarbeit aus fremden Werken übernommen hatte. Kurze Zeit später entzog die Universität ihm den Doktortitel. Bereits Anfang März trat Guttenberg von allen politischen Ämtern zurück. Eine Kommission der Universität mit dem Titel "Selbstkontrolle in der Wissenschaft" kam im Mai zu dem Schluss, dass Guttenberg bei seiner Doktorarbeit die Standards wissenschaftlicher Arbeit grob verletzt und vorsätzlich getäuscht habe.

Guttenberg hatte sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, trat jedoch im November bei einer Konferenz im kanadischen Halifax wieder auf. Am Dienstag erscheint nun sein Buch, in dem sich der Politiker mit dem "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo über seinen Umgang mit eigenen Fehlern und über die Voraussetzungen für eine Rückkehr in die Politik unterhält.

Guttenberg teilt großzügig aus

In dem Buch übt Guttenberg zwar auch Selbstkritik - so spricht er von "unglaublicher Dummheit" und einem "ungeheuerlichen Fehler". Er weist aber nach wie vor den Betrugsvorwurf zurück. "Ich habe diese Sätze schlicht für meine eigenen gehalten", sagt er zu der Tatsache, dass selbst ein Teil seiner Einleitung nicht von ihm stammt.

Neben der Universität Bayreuth greift er zudem die CDU-Politiker Wolfgang Böhmer, Annette Schavan und Norbert Lammert an. Diese seien ihm in der kritischen Phase der Affäre ohne Vorwarnung in den Rücken gefallen. Den Medien wirft Guttenberg vor, seine gesamte politische Arbeit im Zuge der Plagiat-Affäre verteufelt zu haben.

Widersprüchliche Äußerungen über Rücktrittspläne

In dem Buch erklärt Guttenberg überraschend, er habe auch ohne die Plagiat-Affäre vor dem Ende der Legislaturperiode 2013 zurücktreten wollen. Er habe sich nicht zu sehr vom Politikbetrieb vereinnahmen lassen wollen, heißt es in dem Buch. Seinen Plan will Guttenberg demzufolge Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits Ende 2010 auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekündigt haben.

Aus heutiger Sicht ist die Ankündigung eines Rücktritts zu diesem Zeitpunkt allerdings schwer nachvollziehbar: Die Kundus-Affäre war damals überstanden, die Aussetzung der Wehrpflicht durchgesetzt und in den Medien wurde Guttenberg als Kanzlerkandidat gehandelt. Bei einem Rückzug 2013 hätte der Freiherr die Bundeswehr hingegen inmitten einer der größten Reformen ihrer Geschichte und vor Abschluss des Abzugs aus Afghanistan im Stich gelassen.

Zu den angeblichen Rücktrittsplänen passt ebenfalls nicht, dass Guttenberg möglicherweise an seinem Comeback arbeitet. Auf die Frage, ob er sich als Opfer einer Menschenjagd sieht, antwortet Guttenberg: "Eines ist den Jägern nicht gelungen: Mich endgültig zur Strecke zu bringen oder dauerhaft aus dem Revier zu vertreiben."

"Nicht-politische Versprechen halte ich"

Einen ersten öffentlichen Auftritt nach seinem Rückzug plant der Ex-Minister im Januar. Dann wolle er bei der Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst" des Aachener Karnevalvereins eine Laudatio halten, so Guttenberg. Mit der Rede wolle er wie versprochen den Kabarettisten Ottfried Fischer würdigen. "Wenn ich nicht-politische Versprechen gebe, dann halte ich die", sagte Guttenberg zur Begründung. Politische Versprechen gebe er erst gar keine ab, weil er die selbst nie habe hören können.

Guttenberg hatte den Orden im vergangenen Jahr zugesprochen bekommen, ihn aber bei der Verleihung im Februar 2011 nicht selbst entgegengenommen. Seine Absage Ende Januar hatte er mit der Lage in Afghanistan begründet. Für ihn sprang am 19. Februar Bruder Philipp ein und hielt eine viel gelobte Rede. Kurz darauf trat Guttenberg als Verteidigungsminister zurück.

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