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Kirche wollte einem Neunjährigen den letzten Wunsch verweigern

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Kirche wollte einem Neunjährigen den letzten Wunsch verweigern

13.11.2012, 19:39 Uhr | dpa

Kirche wollte einem Neunjährigen den letzten Wunsch verweigern.  (Quelle: dapd\Timur Emek)

Das Herz von Jens Pascal hing ganz an seinem Lieblingsverein Borussia Dortmund. (Quelle: Timur Emek/dapd)

Der letzte Wunsch des kleinen Borussia-Dortmund-Fans Jens Pascal hat die Kirche in einen schweren Gewissenskonflikt gestürzt. Der krebskranke Junge aus Dortmund wünschte sich kurz vor seinem Tod einen Grabstein mit Fußball und BVB-Emblem. Doch das wollte die Kirche auf ihrem Friedhof nicht zulassen. Erst nach Protesten kam es zu einer Einigung.

Meistertrainer Jürgen Klopp hatte den Neunjährigen noch mit einigen Spielern in der Kinderklinik besucht. Nach seinem Tod wollten Vater und Mutter dem Sohn den letzten Wunsch erfüllen. Sie hatten die Rechnung aber ohne die Friedhofsordnung der katholischen Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung gemacht. Die Kirche versagte ihnen den Wunsch zunächst. Nach monatelangem Ringen kam am Dienstag ein Kompromiss zustande.

Kirche lenkt ein

Der Kirchenvorstand lehnte lange Zeit das Grabmal ab, weil ihm die christliche Symbolik fehlte. Mehrere tausend Facebook-User fanden das Vorgehen der Kirche zu hart. Sogar eine Demo für Jens Pascal wollten einige auf die Beine stellen. Am Dienstagabend einigten sich die Angehörigen mit der Kirche. Der Vorstand gab seinen Segen.

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Eine Granitstele, darauf ein schwarz-weißer Fußball mit BVB-Emblem und dem Borussen-Slogan "Echte Liebe" - so war das Grabmal geplant. Der BVB gab schon seine Zustimmung. Jetzt wird der Ball mit BVB-Symbolen auf dem Boden montiert. Die Stele bekomme ein christliches Symbol, sagte Kirchensprecher Michael Bodin.

Den Sturm der Entrüstung empfindet Bodin im Nachhinein als etwas ungerechtfertigt. Der Kirchenvorstand habe sich nur an die Friedhofssatzung gehalten. Der Ball oben auf der Stele passe nicht ins Friedhofsbild. Und eben das Christliche habe gefehlt.

Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur "Aeternitas" gibt der Kirche weitgehend Recht in ihrer Haltung. Auf einem kirchlichen Friedhof könnten strengere Maßstäbe angewendet werden, sagte der Vorsitzende Christoph Keldenich. Er hielt einen Kompromiss für die beste Lösung.

Immer wieder Streit

Der Zoff um den Grabstein für Jens Pascal ist nicht der erste, der für Streitereien sorgte. Vor vier Jahren scheiterte der Versuch im Siegerland, einem Schalke-Anhänger das Grab mit Fußball-Kunst zu verschönern. Ein Granitstein mit einem Torwinkel aus Edelstahl, darin ein Ball mit Schalke-Emblem wurde gefertigt. Hätte der Steinmetz die städtische Friedhofsverwaltung gefragt, hätte er sich die Arbeit sparen können. Edelstahl und Fußballmotiv lehnte die Verwaltung ab. Der Friedhof wolle nicht Werbeträger für einen Verein sein, heißt es bis heute.

Keldenich weiß um die Schwierigkeiten besonderer Grabgestaltung. "Individualität ist gewünscht. Aber ein Rockmusiker wird es zum Beispiel schwer haben, eine Gitarre integrieren zu lassen." Auf einem städtischen Friedhof sei es meist leichter als auf einem kirchlichen.

 
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