17.11.2012, 09:56 Uhr | dpa
Nie sei die Welt einem Atomkrieg näher gewesen als während der Kubakrise, heißt es oft. Doch es gab einen Moment, der noch deutlich heikler war: Als das sowjetische Frühwarnsystem 1983 US-Atomraketen bereits in der Luft wähnte, hing alles an einem einzelnen Offizier.
Stanislaw Petrow saß 1983 vor dem sowjetischen Raketen-Frühwarnsystem, als ein Spionagesatellit über dem US-Bundesstaat Montana die Startblitze von fünf US-Atomraketen meldete. Petrow vertraute seinem Gefühl, missachtete die Vorschriften und drückte nicht auf den roten Knopf - die sowjetischen Atomraketen für den mutmaßlichen Gegenschlag blieben am Boden.
Petrow meldete dem Generalstab Fehlalarm, obwohl zu diesem Zeitpunkt nicht feststand, ob es sich um Irrtum oder Ernstfall handelte. "Ich wollte nicht schuld sein am Dritten Weltkrieg", begründete er seine Entscheidung.
"Ich stand unter Schock. Das war nicht weit bis zur Panik", erinnert sich Petrow. Erst Tage nach dem Vorfall stellte sich heraus, dass die Software des Spionagesatelliten fehlerhaft war.
Niemals sei die Welt der atomaren Vernichtung näher gewesen als in jener Nacht, sagte US-Abrüstungsexperte Bruce Blair einmal. Die Geschichte Petrows kam aber erst zehn Jahre nach dem Vorfall ans Licht.
Für seinen Mut erhält der frühere Offizier der Sowjetarmee den Dresden-Preis 2013, teilte die Organisation Friends of Dresden mit. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 17. Februar in der Semperoper verliehen.
Zuvor erhielt Petrow bereits den "World Citizens Award" in New York und wurde gefeiert als "Held, der die Welt rettete", heißt es in der Mitteilung der Friends of Dresden. Als "leiser Friedensstifter" ist der 1939 geborene Petrow im vergangenen Jahr in Baden-Baden mit dem Deutschen Medienpreis geehrt worden.
Quelle: dpa
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