09.12.2012, 12:17 Uhr | dpa, dapd, AFP
Der an Krebs erkrankte venezolanische Staatschef Hugo Chávez muss sich erneut einer Operation unterziehen. Der 58-Jährige kündigte in der Hauptstadt Caracas an, er werde deshalb wieder nach Kuba fliegen. Erst in der Nacht zum Freitag war er aus Havanna in seine Heimat zurückgekehrt.
"Es ist absolut notwendig, dass ich mich einem neuen chirurgischen Eingriff unterziehe, weil neue bösartige Zellen gefunden wurden. Ich muss zurück nach Havanna", sagte Chávez im Fernsehen.
Der Präsident beantragte bei der Nationalversammlung bereits die erforderliche Genehmigung für einen Auslandsaufenthalt. Der am 7. Oktober wiedergewählte Sozialist war 2011 in Havanna bei einer ersten Operation an einem Krebsgeschwür in der Beckengegend operiert worden. Die genaue Art seiner Krebserkrankung wurde nie mitgeteilt.
Es folgten weitere Operationen sowie Chemo- und Strahlentherapien in Kuba und Venezuela. In diesem Jahr hatte sich Chávez als "völlig geheilt" erklärt. Am 27. November war er aber zu einer speziellen Sauerstoffbehandlung nach Havanna geflogen, wo er insgesamt elf Tage blieb.
Chávez nannte den Eingriff kämpferisch eine "neue Schlacht". Er forderte seine Anhänger auf, angesichts seiner Erkrankung nicht zu verzagen: "Mit Gottes Gunst werden wir siegen und vorankommen."
Die kurzzeitige Rückkehr in seine Heimat wird von einigen Beobachtern als Zeichen gedeutet, dass Chávez seine Nachfolge regeln wolle. Wenn ihm etwas passiere, das ihn "in welcher Form auch immer arbeitsunfähig" mache, werde Vize-Präsident Nicolas Maduro gemäß der Verfassung die Übergangszeit bis zur Abhaltung von Neuwahlen leiten.
Chávez empfahl dem Volk, seinen bisherigen Stellvertreter dann auch zu seinem Nachfolger zu wählen. "Wir müssen den Fortschritt der bolivarischen Revolution sicherstellen", sagte er.
Maduro, ein stämmiger früherer Busfahrer, hat Chávez in den vergangenen Jahren unermüdliche Treue erwiesen und sich zu einem vehementen Fürsprecher des Präsidenten aufgeschwungen.
Am 16. Dezember sind in Venezuela wichtige Regionalwahlen. Chávez hatte die Präsidentenwahl vor zwei Monaten gewonnen und soll am 10. Januar 2013 die bis 2019 dauernde neue Amtszeit antreten.
Der linksgerichtete Politiker steht seit 1999 an der Spitze des lateinamerikanischen Landes. Er ist bekannt für seine USA-feindlichen Tiraden und schlägt sich gern auf die Seite von Außenseiterstaaten wie Kuba und dem Iran.
Quelle: dpa, dapd, AFP
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