13.01.2013, 12:43 Uhr | dapd, AFP
Der Online-Aktivist und Programmierer Aaron Swartz ist tot. Der 26-Jährige habe sich in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Brooklyn aufgehängt und sei am Freitag tot aufgefunden worden, sagte eine Sprecherin des städtischen forensischen Instituts.
Swartz galt als Wunderkind des Internets: Als Teenager war er an der Entwicklung des RSS-Feeds beteiligt. Er war einer der Gründer des sozialen Netzwerks Reddit und leitete die Gruppe Demand Progress, die sich gegen Zensur im Internet engagiert.
2011 war Swartz in Boston wegen des Vorwurfs festgenommen worden, er habe Millionen wissenschaftlicher Beiträge aus dem Archiv des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gestohlen.
Der Prozessauftakt war für kommenden Monat anberaumt. Im Falle einer Verurteilung hätte Swartz eine langjährige Haftstrafe gedroht.
Nach seiner Festnahme in Boston im Jahr 2011 erklärte seine Anti-Zensur-Gruppe Demand Progress, die Anklage habe "keinen Sinn". Genauso gut könnte die Justiz jemanden ins Gefängnis stecken, der "angeblich zu viele Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen hat".
Die zuständige Staatsanwältin Carmen Ortiz dagegen hatte gesagt, Diebstahl bleibe Diebstahl, ob er mit einem Computer oder einem Brecheisen begangen werde und ob er Dokumente, Daten oder Dollar betreffe.
Swartz' Familie gab der Staatsanwaltschaft und dem MIT eine Mitschuld an dem Suizid. "Aarons Tod ist nicht nur eine persönliche Tragödie. Es ist das Ergebnis eines kriminellen Justizsystems", erklärte die Familie.
Swartz hatte schon vor Jahren von Depressionen berichtet. Er hatte mit 14 am Programm des RSS-Newsfeed mitgeschrieben, mit dem es für Nutzer möglich ist, Updates von Blogs, Nachrichtenseiten und anderen Seiten zu erhalten.
Quelle: dapd, AFP
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