Startseite Mediencenter – Ihr persönlicher 25-GB-Online-Speicher
Sie sind hier: Home > Nachrichten > Panorama > Menschen & Schicksale >

"Operation Zucker": ARD-Film war nur schwer zu ertragen

...

Zu brutal für die Hauptsendezeit

17.01.2013, 14:40 Uhr | dpa

Die kleine Fee (Paraschiva Dragus) wartet im Club auf Freier (Quelle: ARD)

Die kleine Fee (Paraschiva Dragus) wartet im Club auf Freier (Quelle: ARD)

Die ARD beschäftigte sich zur besten Sendezeit mit dem Thema Kinderprostitution. Dabei geriet ihr Film "Operation Zucker" so schonungslos realistisch, dass die Freiwillige Selbstkontrolle eingeschritten ist. Um 20.15 Uhr sendete die ARD eine im Nachhinein versöhnlicher gestaltete Version - nach Mitternacht wurde die düstere Urfassung gezeigt.

Der Film ist zur Primetime nicht nur drei Minuten kürzer, den Zuschauern wird auch ein deprimierender Schluss erspart, der nachts ab 0.20 Uhr zu sehen war.

Die zarte Fee, der Waisenjunge Bran

Auch die geschönte Version ist schwer genug zu ertragen: Die Kinder werden frei Haus geliefert - in einen Herrenclub und in ein elegantes Berliner Hotel. 1000 Euro oder mehr sind dafür geflossen. Kreidebleich und unfähig zu weinen, verlassen das zarte Mädchen Fee (Paraschiva Dragus) und der Waisenjunge Bran (Adrian Ernst) die Orte ihres Schreckens. Was zwischendurch genau passiert, zeigt der Film nicht. Und doch ahnt der Zuschauer das unfassbare Leid der beiden Kleinen, die Dealer zuvor in Rumänien gekauft haben.

200.000 Pädophile in Deutschland

Kinderhandel und Kinderprostitution sind das Thema der schwer erträglichen Produktion. Es handelt sich bei der Arbeit des renommierten Regisseurs Kaufmann ("Kalt ist der Abendhauch") um Fiktion - und ist doch mehr als ein Jahr lang mutig und präzise recherchiert. Die Stars Nadja Uhl als Kommissarin und Senta Berger als Staatsanwältin werden darin Jägerinnen jener Verbrecher, die mit ihrem ekelhaften Treiben in unserem Land ein stetig wachsendes Geschäft machen - auch deshalb, weil Freier auch in einflussreichen Kreisen von Wirtschaft, Justiz und Politik sitzen.

Foto-Serie: Die Top-Nachrichten des Tages
6 Bilder von 6

Rund 200.000 Pädophile soll es in Deutschland geben. Doch längst nicht nur diese vergehen sich an den Wehrlosen, wie die Münchner Produzentin Gabriela Sperl bei der Präsentation des Films betonte. "Nach unseren Recherchen geht das bis in die höchsten Managerebenen: Ganz normale Führungskräfte benutzen die Kinder, um ihre eigene Ohnmacht innerhalb ihres beruflichen Machtsystems zu kompensieren", erklärte Sperl. Vom Fernsehzuschauer wünscht sich die Produzentin in Zukunft mehr Wachsamkeit: "Wem etwas auffällt, der sollte sich an Organisationen wie Unicef wenden."

Einflussreiche Kreise behindern Ermittler

Leider ist wohl realistisch, was der Film eben auch zeigt: dass die Arbeit von Polizei und Justiz schon mal durch einflussreiche Nutznießer des Geschäfts behindert wird. Mit erschreckenden Zahlen und Fakten wartete der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, auf. Geschätzte 120.000 bis 500.000 Frauen und Mädchen werden jährlich aus dem ärmeren Mittel- und Osteuropa nach Westeuropa gebracht und zur Prostitution gezwungen. Seit dem Beitritt Rumäniens und Bulgariens zur EU habe sich das Problem verschärft. Nachbarn oder sogar Familienmitglieder träten als Vermittler auf.

Den Eltern werde erzählt, dass man in Deutschland für die Ausbildung der Kinder sorgen wolle, sagen die Unicef-Mitarbeiter. Verurteilt wird nur ein Bruchteil der Täter. So geht auch in Kaufmanns Film eine Razzia ins Leere, weil ein Richter den Clubbetreibern einen Tipp gegeben hat. Auch ein Politiker versündigt sich hier lange ungestraft.

Gut recherchiert und feinfühlig

Dass dieser Fernsehbeitrag aufrüttelt, liegt nicht allein an ausgiebiger Themenrecherche, feinfühliger Umsetzung und den hervorragenden Schauspielern. Am Ende sind es die Gesichter der Kinder Paraschiva und Adrian, die sich im Zuschauer festsetzen.

Quelle: dpa

zur Homepage
Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

""Operation Zucker": ARD-Film war nur schwer zu ertragen" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel ""Operation Zucker": ARD-Film war nur schwer zu ertragen" gefallen hat.

 
Shopping

Einkaufswelt
Weg mit den Pfunden
Weg mit den Pfunden - abnehmen mit medpex.de

Produkte, die beim Abnehmen bzw. einer Diät unterstützen sollen.
zum Gesundheit-Special

Einkaufswelt
Sparen Sie jetzt 250,- €!
Bauknecht-Waschmaschine stark reduziert - bei OTTO

Zuverlässige Bauknecht-Waschma-
schine für nur 399,- € : 6 kg Lade-
volumen & EEK: A+++. bei OTTO



Meine Dienste
Anzeige
Unglücke
Basejumper filmt seinen eigenen Absturz
Basejumper filmt eigenen Absturz (Screenshot: BitProjects)

Plötzlich geht etwas mit seinem Fallschirm schief. zum Video

Fotos des Tages
Wassernixen gleiten über die Köpfe der Zuschauer
Ein Tänzer bei der Kostümprobe zu "Wayra" in Buenos Aires, Argentinien. (Quelle: Reuters\Marcos Brindicci)

Außergewöhnliches Varieté-Spektakel sorgt für Erotik-Kick. mehr

Anzeige
Einkaufswelt
Echte BOSCH-Qualität
Echte BOSCH-Qualität - 50% sparen mit dem 200-tlg. Mixed Titanium-Set für nur 12,99 EUR! bei conrad.de

50% sparen mit dem 200-tlg. Mixed Titanium-Set für nur 12,99 EUR!
bei conrad.de

Einkaufswelt
Blusen stark reduziert
Frische Farben und abwechslungsreiche Styles - bei CECIL.de

Jetzt im Sale zugreifen! Kauf auf Rechnung & bereits ab 24,- € Gratisversand. bei CECIL.de

Anzeige
Einkaufswelt Einkaufswelt

Zur breiten Ansicht

Anzeige