29.05.2013, 15:58 Uhr | t-online.de, AFP, dpa
Wie kam das Baby ins Abflussrohr? War es ein Mordversuch oder ein schlimmes Unglück? Langsam kommen die Hintergründe der dramatischen Geschichte aus China ans Licht. In jedem Fall hatte der Junge einen guten Schutzengel. Er erholt sich im Krankenhaus in einem Brutkasten. Der Fall sorgt international für Wirbel.
Die Mutter des Säuglings hat das Kind in der Toilette geboren und dann angeblich selbst Alarm geschlagen. Nach Angaben der Zeitung "Dushi Kuaibao" habe die 22-Jährige ihre Geburt zunächst verschwiegen und erst im Verhör durch die Polizei von Pujiang gestanden, dass ihr das Neugeborene in das Stehklo gerutscht sei. Sie habe den Jungen nicht herausziehen können und die Vermieterin alarmiert mit dem Hinweis, dass ein Baby im Abflussrohr schreie.
Weil sie das Kind als Alleinstehende nicht großziehen könne, habe sie zuerst geschwiegen. Schon ihre ungewollte Schwangerschaft habe sie verborgen. "Am Samstagnachmittag bekam ich Schmerzen im Bauch und ging auf die Toilette", sagte die Frau nach Angaben der Zeitung. "Kurz darauf kam das Baby heraus und glitt direkt in die Toilette. Ich versuchte, es zu greifen, aber es rutschte immer tiefer." Sie habe Angst gehabt, entdeckt zu werden, und die Blutspuren am Boden beseitigt. Dann habe sie die Vermieterin gerufen.
Bei der dramatischen Rettungsaktion der Feuerwehrleute, die den Berichten zufolge einen Teil des zehn Zentimeter dicken Rohres mit dem Kind absägen und ins Krankenhaus bringen mussten, war die Mutter anwesend. "Obwohl die Feuerwehrleute es herausbekommen haben, habe ich geschwiegen, weil ich besorgt war, wie ich es aufziehen könnte."
Auf Nachfragen der Polizei packte sie schließlich aus. "Die junge Frau kniete auf dem Boden und gestand, dass es ihr Baby ist", schilderte ein Polizist dem Blatt. Die junge Mutter habe beteuert, sie habe das Kind nicht töten wollen. Sie habe um ihr eigenes Leben gefürchtet, wenn ihre Eltern etwas herausbekommen hätten.
Die 22-Jährige aus Pujiang habe Ende vergangenen Jahres einen Mann aus dem Ort kennengelernt und Sex gehabt, schrieb die Zeitung. Als sie schwanger geworden sei, habe der Mann bestritten, dass es sein Kind sei. Für eine Abtreibung habe die Frau nicht genug Geld gehabt. Um ihren Bauch zu verbergen, habe sie ihn mit Tüchern eng gebunden und lockere Kleidung darüber getragen.
Die dramatische Rettungsaktion, die auf Video festgehalten wurde, hat das Milliardenvolk bewegt. Zuerst war vermutet worden, dass das Neugeborene absichtlich die Toilette heruntergespült worden sei. Polizisten sprachen schon von einem Mordversuch.
Mittlerweile geht die Polizei von einem Unfall aus. Die Mutter werde nicht strafrechtlich verfolgt, teilte eine Polizeibeamtin mit.
Das nur 2,3 Kilogramm schwere Baby erholt sich seit seiner Rettung im Brutkasten Nummer 59 des Hospitals von Pujiang. "Sein Zustand ist gut, aber seine Verwandten haben ihn noch nicht abgeholt", sagte der Leiter des Krankenhauses, Wu Xinhong. Die Mutter litt unter Fieber und wurde medizinisch betreut. Nach dem Vater wird noch gesucht.
Wegen der Nummer des Kastens hat auch das Kind in Medienberichten den Namen "Nr. 59" erhalten. Was weiter mit dem Baby geschehen wird, ist unklar. Bleibt die Hoffnung, dass es vielleicht Eltern findet, die es auch wollen und es den Trubel seiner ersten Tage schnell vergisst.
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