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Jagdverband setzt Belohnung auf Wolfskiller aus

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Jagdverband setzt Belohnung auf Wolfskiller aus

23.04.2012, 12:07 Uhr | dapd

Ein Wolf - möglicherweise der gerade erschossene - läuft nahe der Ortschaft Steimel im Westerwald vorbei. (Quelle: dapd)

Ein Wolf - möglicherweise der gerade erschossene - läuft nahe der Ortschaft Steimel im Westerwald vorbei. (Quelle: dapd)

Ein im Westerwald (Rheinland-Pfalz) gesichteter Wolf ist offenbar getötet worden. Ein Unbekannter hat das unter Naturschutz stehende Tier am Samstag erschossen, wie Kreisjagdmeister Bernd Schneider am Montag sagte.

Spaziergänger fanden das erschossene Tier am Samstag in einem abgelegenen Waldstück nahe Hachenburg, wie Kreisjagdmeister Bernd Schneider am Montag bestätigte.

Foto-Serie: Wölfe in Deutschland
6 Bilder von 10

Der Landesjagdverband sprach von "einem schwerwiegenden Verstoß gegen das Naturschutzgesetz". Der Täter müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Der Verband setzte daher eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise aus, die zu dessen Ergreifung des Täters führen. Die Polizei ermittelt die Umstände des Abschusses.

"Alles sehr dubios"

Schneider sagte, weder hätte in dem Revier am Samstag eine Jagd stattgefunden noch seien dessen Pächter zugegen gewesen. Es sei "vollkommen unverständlich", warum jemand den Wolf abgeschossen habe. "Das ist alles sehr dubios", sagte er.

Das Tier, ein zwei Meter langer und 30 Kilogramm schwerer Rüde, sei eindeutig erschossen worden, Ein- und Ausschusslöcher zeigten dies. Ein Spaziergänger aus Köln habe das tote Tier gefunden. Der Kadaver sei ins Landesuntersuchungsamt nach Koblenz überführt worden.

Wölfe leben vor allem in Ostdeutschland

"Wir sind entsetzt über diese traurige Nachricht", sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Landesjagdverbands Kurt Alexander Michael. Der Abschuss des Wolfes müsse aufgeklärt werden. Sollte es sich dabei um einen Jäger handeln, drohe diesem neben einer hohen Geldstrafe der Entzug des Jagdscheins.

Der jetzt getötete Wolf war vermutlich der gleiche, der Ende März erstmals im Kreis Neuwied nahe der Ortschaft Steimel von einem Spaziergänger gesehen und fotografiert worden war. "Wir gehen zu 99 Prozent davon aus, dass es sich bei dem toten Tier um den Wolf handelt", sagte ein Sprecher des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz. Untersuchungen des Landesveterinäramts sollen endgültige Gewissheit bringen.

Es war das erste gesichtete Exemplar im Westerwald seit mehr als 130 Jahren. Experten vom Naturschutzbund Deutschland hatten das Tier als ungefährlich eingeschätzt.

In Deutschland leben Wölfe vor allem in Ostdeutschland. Seit ihrer Rückkehr im Jahr 2000 sind in deutschen Wäldern etwas mehr als 100 Tiere heimisch geworden.

Quelle: dapd

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