01.05.2013, 09:04 Uhr | t-online.de, dpa
Spaziergänger haben an einem See in Niedersachsen einen toten Schweinswal gefunden. Es kommt häufiger vor, dass sich Tiere dieser Art abseits der Meere verirren. Biologen sprechen von absichtlichem Handeln.
Das etwa 1,20 Meter große Tier war offenbar aus der Nordsee gekommen und hatte sich in der Oste, einem Nebenfluss der Elbe, verirrt. Von dort schwamm es in den See mit Flussanbindung.
Der Kadaver wurde von den Passanten bei Kranenburg aus dem Wasser gezogen und dann von der Feuerwehr geborgen. Die Gemeinde Kranenburg liegt mehr als 30 Kilometer von der Ostemündung entfernt.
Derweil berichtete die Hamburger Feuerwehr fast zeitgleich von einem toten Schweinswal, der im Jollenhafen Mühlenberg in Hamburg-Blankenese angespült und mit einem Netz aus der Elbe gezogen wurde. Das 80 Zentimeter große und rund 50 Kilo schwere Tier sei der Umweltbehörde übergeben worden.
Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers verenden jedes Jahr zwei bis drei Schweinswale im Großraum Hamburg. Die Tiere schwimmen demnach die Elbe hoch, finden aber nicht mehr den Weg zurück.
Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delfine und Veit Hennig vom Zoologischen Institut der Universität Hamburg haben jüngst unabhängig von den aktuellen Vorfällen das Phänomen untersucht, in dem sie keinen Zufall sehen.
Mit einem Schlauchboot befahren die Biologen die Elbe auf der Suche nach Schweinswalen. Die beiden Naturwissenschaftler wollen erforschen, was die Meeressäuger zwischen Anfang März und Mitte Juni in die dicht befahrene Elbe treibt.
Eines ist ihrer Meinung nach sicher: Der Schweinswal "verirrt" sich Wenger zufolge nicht in Norddeutschlands Flüsse: "Es ist eine Rückeroberung seines ursprünglichen Lebensraumes." Noch vor hundert Jahren tummelten sich die Meeressäuger in der Weser bis südlich von Bremen und in der Elbe sogar bis hinauf nach Magdeburg.
"Damals vermutete man, dass sie den Fischschwärmen folgten", sagt Wenger. Es waren jedoch nur Vermutungen und nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen.
Durch Jagd und Umweltverschmutzung waren die Schweinswale Mitte des vergangenen Jahrhunderts aus den Flüssen und Teilen der Nordsee verschwunden. Doch mittlerweile ist die Jagd auf sie verboten. Da das Wasser in den vergangenen 20 Jahren deutlich sauberer geworden ist, siedelten sich viele Fischarten wieder an und erholten sich auch zahlenmäßig.
"Seit 2007 haben wir jedes Jahr Meldungen von Schweinswal-Sichtungen erhalten", erzählt Wenger. "Offensichtlich hat es sich unter ihnen herum gesprochen, dass man jetzt wieder in die Elbe schwimmen und Futter finden kann", sagt sie mit einem Lachen.
Vielleicht sei der Nahrungsdruck in der Nordsee so groß, dass die Schweinswale riskieren, in eine stark befahrene Wasserstraße hineinzuschwimmen. Dort droht die Gefahr, von einem Schiff angefahren zu werden. Auch setzt ihnen offenbar der ungewohnte Lärm zu.
In der Nordsee meiden sie die stark befahrenen Routen, und ihre Ausflüge in Flüsse oder auch Seen kostet sie manchmal das Leben.
01.05.2013, 09:04 Uhr | t-online.de, dpa
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