25.05.2011, 13:23 Uhr | dpa
Die Atomruine in Fukushima nach dem schweren Beben mit anschließendem Tsunami am 11. März (Foto: dpa)
Die Serie hoher Strahlenmesswerte am japanischen Atomkraftwerk Fukushima setzt sich fort. Am Reaktor 1 der Atomruine überschreite die Konzentration von radioaktivem Cäsium den Grenzwert um das 18-fache, teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco mit. Auch über dem Reaktor 4 fand Tepco 7,5-mal mehr Cäsium 134 als erlaubt, wie das Fernsehsender NHK berichtete.
Über dem Reaktor 1 wurde demnach eine Konzentration von 360 Becquerel Cäsium 134 pro Kubikmeter Luft gemessen. Tepco rechnet damit, dass die Brennstäbe dort weitgehend geschmolzen sind. Am Dienstag hatte der Betreiber zugegeben, dass auch die Kerne der beiden anderen aktiven Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima I, in den Meilern 2 und 3, bereits vor Wochen teilweise geschmolzen seien.
Im abgeschalteten Reaktor 4 werden alte Brennstäbe gelagert. Die Experten nehmen laut NHK an, dass die dort gemessene erhöhte Strahlung aus dem Abklingbecken und aus dem benachbarten Reaktor 3 stamme. Der Betreiber wolle die Reaktoren nun mit Polyester-Planen abdecken, um eine weitere Verbreitung radioaktiver Substanzen über die Luft zu verhindern, hieß es weiter.
Tepco hatte am Dienstag erklärt, die geschmolzene Masse werde nun ausreichend gekühlt und die Lage sei stabil. Experten hatten bereits vermutet, dass es eine Kernschmelze nicht nur im ersten Reaktor, sondern auch in den Blöcken 2 und 3 von Fukushima Eins gegeben hatte.
Quelle: dpa
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