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Libyen: Tausende Rebellen-Kämpfer stehen vor Sirte

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Tausende Rebellen-Kämpfer stehen vor Sirte

26.09.2011, 13:40 Uhr | AFP, dpa

Tausende Rebellen-Kämpfer stehen vor Sirte. Libyen: Die Rebellen stehen vor der Gaddafi-Hochburg Sirte (Quelle: Reuters)

Die libyschen Rebellen stehen vor der Gaddafi-Hochburg Sirte (Quelle: Reuters)

 

Die libyschen Rebellen haben sich vor den Gaddafi-Hochburgen Sirte und Bani Walid neu gesammelt. Anzeichen für unmittelbar bevorstehende neue Angriffe gebe es jedoch keine, berichteten BBC-Reporter aus den Frontgebieten. Am Vortag waren die Aufständischen bei ihrem Vormarsch auf Sirte und Bani Walid auf unerwartet heftigen Widerstand der Getreuen des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi gestoßen.

Nach Darstellung des Nationalen Übergangsrates hätten sich die Kämpfer für den Angriff auf Sirte eingefunden. Der Kommandeur Salem Dscheha behauptete, mindestens 6000 Kämpfer mit 1200 Fahrzeugen seien aus Misrata und anderen Städten in und um die Küstenstadt zusammengezogen worden. Der Flughafen der Stadt sei seit dem Vorabend unter der Kontrolle der Aufständischen. Für dieses Angaben gibt es jedoch bislang keine unabhängige Bestätigung.

Bevölkerung von Sirte auf der Flucht

Es gebe noch Widerstand, doch die Befreiung der Stadt sei "geregelt und beendet", sagte der Kommandeur der Rebellen-Truppen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei geflohen. Der Leutnant Abdel Wahi al-Aguri sagte, die Kämpfer der neuen Führung kontrollierten die Autobahn und den südlichen Teil der Stadt. Sie würden keine schweren Waffen mehr einsetzen, um das Leben von Zivilisten nicht zu gefährden.

Die Städte Bani Walid, Sirte, Sebha und das Gebiet Dschufra sind die verbliebenen Gaddafi-Hochburgen (Quelle: T-Online.de)Die Städte Bani Walid, Sirte, Sebha und das Gebiet Dschufra sind die verbliebenen Gaddafi-Hochburgen (Quelle: T-Online.de)

An einem Kontrollpunkt 30 Kilometer westlich von Sirte waren zahlreiche Pickups mit Kämpfern, Munition und Geschützen zu sehen, die Richtung Sirte fuhren. Eine Reporterin will auf einem der Wagen auch drei Gefangene gesehen haben. Nach Angaben der Kämpfer handelte es sich dabei um Scharfschützen Gaddafis. Einer der Männer, der bereits älter war, wies Spuren von Schlägen auf. Ein jüngerer Mann wurde von der Menge misshandelt, bevor die Kämpfer angesichts der Gegenwart ausländischer Journalisten einschritten.

Heftige Gefechte um Bani Walid

Angesichts des heftigen Widerstands von Gaddafi-Getreuen in Bani Walid haben sich die Rebellen derweil wieder aus dem Ort zurückgezogen. Die Kämpfer kamen am Samstag außerhalb von Bani Walid zusammen, um sich neu zu formieren. Allerdings gab es bislang keine Anzeichen, dass ein weiterer Vorstoß auf die Enklave in den Bergen unmittelbar bevorstehe.

Ein Arzt im Feldlazarett im nahe gelegenen Wischtata erklärte, die Kämpfe vom Freitag hätten mindestens sechs Rebellen das Leben gekostet. Weitere 50 seien verletzt worden. Augenzeugen aus Bani Walid berichteten, die Gaddafi-Getreuen seien schwer bewaffnet. Den Rebellen gelang es am Freitag nicht, Scharfschützen auszuschalten und den Ort unter ihre Kontrolle zu bringen.

In Bani Walid wurden die Menschen über einen Radiosender aufgefordert, nicht aufzugeben. Den Angreifern gehe es nur darum, immer zu trinken und Drogen zu nehmen, sagte der Sprecher. "Wir sind eine traditionelle Stammesgesellschaft, die solche Dinge ablehnt und bekämpfen muss."

UN-Sicherheitsrat lockert Sanktionen

Unterdessen hat der libysche Übergangsrat jetzt offiziell den Sitz des nordafrikanischen Landes bei den Vereinten Nationen zugesprochen bekommen. Darüber hinaus hat der UN-Sicherheitsrat die verhängten Sanktionen gelockert. Die Strafmaßnahmen gegen den libyschen Öl- und Bankensektor wurden weitgehend aufgehoben. Die Milliardensummen, die wegen des gewaltsamen Vorgehens Gaddafis gegen die damaligen Oppositionsbewegung im Februar und März eingefroren worden waren, sollen so schnell wie möglich dem libyschen Volk zur Verfügung gestellt werden.

Außerdem wurde die Entsendung einer UN-Mission beschlossen. Sie soll dem Übergangsrat in Tripolis bei der Organisation von Wahlen und der Ausarbeitung einer neuen Verfassung zu Seite stehen.

Waffenlieferungen an Rebellen erlaubt

Die von Großbritannien eingebrachte Resolution erlaubt auch Waffenlieferungen und technische Unterstützung für die Übergangsregierung. Die Flugverbotszone soll dagegen zunächst bestehen bleiben, auch wenn Russland das baldige Ende dieser Maßnahme forderte. Die speziell gegen Gaddafi und seine Getreuen verhängten Sanktionen sollen ebenfalls weiter gelten. Der per Haftbefehl vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesuchte Ex-Machthaber befindet sich auf der Flucht. Eine internationale Koalition unter Führung der NATO hatte mit vom Sicherheitsrat autorisierten Luftangriffen maßgeblich zum Sieg der Rebellen über Gaddafis Streitkräfte beigetragen.

Der Chef des Übergangsrates, Mustafa Abdel Dschalil, wird in der kommenden Woche an der UN-Generaldebatte teilnehmen und dabei auch US-Präsident Barack Obama treffen. Das Weiße Haus teilte mit, das Treffen solle am Dienstag in New York stattfinden. Obama wird demnach am Dienstag auch an einem Treffen der Libyen-Kontaktgruppe unter Leitung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teilnehmen. Die Zusammensetzung der neuen libysche Übergangsregierung soll am Sonntag bekannt gegeben werden, sagte ein Vertreter der neuen Verwaltung.

 
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