Startseite
Sie sind hier: Home > Nachrichten > Specials > Die Syrien-Krise >

Assad-Soldaten feuern über türkische und libanesische Grenze

...

Assad-Soldaten feuern über die Grenze

09.04.2012, 19:26 Uhr | AFP, dapd

Syrische Soldaten haben am Montag auf ein türkisches Flüchtlingslager im Grenzgebiet geschossen und mindestens fünf Menschen verletzt. Syrische Aktivisten meldeten sogar zwei Todesopfer, aber diese Angaben konnten nicht bestätigt werden. Die Türkei bestellte den syrischen Geschäftsträger ein und forderte eine Einstellung des Feuers. Es war der erste Angriff dieser Art, seit die Türkei syrische Flüchtlinge aufnimmt.

Das Syrische Observatorium für Menschenrechte erklärte, der Zwischenfall habe gegen 4 Uhr am Montagmorgen begonnen. Kämpfer der Opposition hätten syrische Soldaten am Grenzübergang Salameh angegriffen. Es sei zu einem längeren Feuergefecht gekommen, bei dem sechs Regierungssoldaten ums Leben gekommen seien, erklärte ein Sprecher des Observatoriums, Rami Abdul-Rahman.

Acht verletzte Regimegegner seien in das Flüchtlingslager in Kilis auf der türkischen Seite der Grenze geflüchtet und die Syrer hätten weiter auf sie geschossen. Ankara warnte das syrische Regime scharf vor weiteren Angriffen. Die Türkei werde darauf mit geeigneten Maßnahmen reagieren, teilte das türkische Außenministerium am Montag mit. Medienberichten zufolge verstärkte die Türkei ihre Grenztruppen.

Foto-Serie: Syriens Herrscher-Clique

Die Schüsse machten nach Auffassung der Regierung in Ankara auch die Hoffnung auf eine schnelle Waffenruhe in Syrien zunichte. "Der 10. April ist hinfällig geworden", zitierten türkische Medien Vizeaußenminister Naci Koru. Am Dienstagmorgen sollte der Abzug der syrischen Truppen aus den Städten des Landes die Umsetzung der vom UN-Sondergesandten Kofi Annan vermittelten Waffenruhevereinbarung beginnen.

Syrische Soldaten erschießen Kameramann

Die Todesopfer bestätigte das türkische Außenministerium indes nicht. Gouverneur Yusuf Obadas erklärte, bei den Verletzten habe es sich um drei Syrer, einen türkischen Dolmetscher und einen Polizisten gehandelt. Die Türkei hat rund 24.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Auch an der syrisch-libanesischen Grenze kam es zu Schießereien. Dabei wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Kameramann getötet. Libanesische Sicherheitskräfte erklärten, der Mann habe für den Fernsehsender Al Dschadid TV gearbeitet. Er habe am Montag in der libanesischen Region Wadi Chaled gefilmt, als er angeschossen worden sei. Die Schüsse seien offenbar von der syrischen Seite abgefeuert worden. Der Kameramann sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

Frist für Rückzug läuft ab

Nach einem von UN vermittelten Abkommen sollten sich die syrischen Soldaten bis Dienstagmorgen aus den Städten zurückziehen. Die Regierung stellte jedoch am Sonntag eine neue Bedingung und verlangte eine schriftliche Garantie der Oppositionsgruppen, dass auch sie die Kampfhandlungen einstellen würden.

Der Kommandeur der Freien Syrischen Armee, einem Zusammenschluss von übergelaufenen Soldaten, lehnte dies ab. Der stellvertretende türkische Außenminister Naci Koru sagte dem Fernsehsender TRT, die Frist für den Rückzug sei "in diesem Stadium nichtig".

Die syrischen Truppen setzten ihre Razzien und Granatangriffe auf die Ortschaften Tel Rifaat im Nordwesten und Muhassan im Osten des Landes am Montag fort. Unterdessen dauerten die internationalen Bemühungen an, doch noch eine Waffenruhe zu erreichen.

Russland empfing den syrischen Außenminister Walid Moallem, während der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Peking eintraf. Es war nicht klar, ob Moskau versuchen würde, Syrien zur Einhaltung des Friedensplans zu drängen.

China räumte Differenzen mit der Türkei über das weitere Vorgehen in Syrien ein. "Wir sind uns jedoch einig, dass wir eine konstruktive Rolle spielen wollen", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Allerdings forderte der Sprecher die Regierung in Damaskus und alle Beteiligten auf, ihre Verpflichtungen einzuhalten.

Human Rights Watch berichtet von Massenerschießungen

Bei ihren jüngsten Offensiven töteten syrische Regierungstruppen einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge mehr als 100 Menschen - meist Zivilpersonen. In den Städten Homs und Idlib wurden dem am Montag veröffentlichten Papier zufolge Massenerschießungen durchgeführt.

Tatsächlich könnte es allerdings noch deutlich mehr Opfer geben, teilte die in New York ansässige Organisation mit. Es seien nur Fälle aus den vergangenen vier Monaten dokumentiert worden, die von Augenzeugen belegt seien, hieß es. Es gebe aber Berichte über weit mehr Exekutionen. Die meisten fanden demnach im März statt.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
Anzeige
Video des Tages
Exzellent mitgespielt 
Torwart nutzt die Gelegenheit und packt den Hammer aus

Dieser spektakuläre Treffer fällt bei der Partie zwischen Dardania Lausanne und Genolier Begnins. Video

Hitze frei 
Blick in das Innere eines Lavastroms auf Hawaii

Seit mehr als vier Monaten ergießt sich die Lava des Vulkans Kilauea über die Insel. mehr

Drei-Tages-Wettervorhersage

Anzeige


Anzeige