
12.04.2012, 21:08 Uhr | AFP, dpa
Waffen in Syrien scheinen zu schweigen Gespannte Ruhe: Bisher keine Berichte über neue Zwischenfälle.
Nach mehr als einem Jahr der blutigen Gewalt scheinen die Waffen in Syrien tatsächlich zu schweigen. Sondervermittler Kofi Annan sagte im UN-Sicherheitsrat in New York, die Lage in Syrien sei "verhältnismäßig ruhig", die Waffenruhe halte offenbar. Es gebe zwar Berichte über Gewalt, er hoffe aber, dass das nur Einzelfälle seien.
Nun müsse die Regierung sofort ihre schweren Waffen aus den Wohngebieten abziehen. Zudem sollten die Vereinten Nationen so rasch wie möglich Beobachter entsenden, um den Waffenstillstand zu überwachen.
"Syrien erlebt gerade einen seltenen Moment der Ruhe", sagte Annan per Videoschaltung. "Das bringt die so dringend gebrauchte Entspannung und auch Hoffnung für das syrische Volk, das so sehr in diesem brutalen Konflikt gelitten hat." Bei der seit mehr als einem Jahr andauernden Gewalt sollen laut Vereinten Nationen etwa 9000 Menschen getötet worden sein.
Der UN-Sicherheitsrat berät am Freitag über eine Resolution zur Entsendung einer internationalen Beobachtertruppe. Im Vorfeld einer möglichen Abstimmung signalisierte auch Russland, das eine Verurteilung der Gewalt in Syrien bereits zwei Mal mit einem Veto verhindert hatte, seine Unterstützung für das Vorhaben.
Der norwegische General Robert Mood soll nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im Tagesverlauf erneut nach Damaskus reisen, um eine mögliche Beobachtermission vorzubereiten. Zugleich will der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan den Druck der Region auf Präsident Baschar al-Assad verstärken. Er kommt am Freitag in Riad mit Vertretern Saudi-Arabiens zu Gesprächen zusammen.
Am ersten Tag der angekündigten Waffenruhe wurden laut den Regimegegnern 20 Menschen getötet worden. Die Oppositionellen erklärten, es seien 19 Zivilisten und ein Deserteur durch Gewalt von Regierungstruppen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Gegner von Präsident Assad starben zehn der Opfer in der Provinz Homs. Weitere Tote habe es in Idlib, im Großraum Damaskus sowie in den Provinzen Aleppo und Hama gegeben.
Die staatlichen syrischen Medien berichteten zudem von einem Offizier, der am Donnerstag bei einem Anschlag von Extremisten ums Leben gekommen sei. Am Donnerstagmorgen um 5 Uhr MESZ war die Frist zur Einhaltung der Waffenruhe abgelaufen, die der Sondergesandte Kofi Annan ausgehandelt hatte.
Quelle: AFP, dpa
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