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Türkei durchsucht deutschen Frachter nach Waffen

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Türkei legt deutschen Frachter an die Kette

18.04.2012, 17:27 Uhr | AFP, dpa

Türkei durchsucht deutschen Frachter nach Waffen. Die "Atlantic Cruiser" fuhr bis Mai 2011 noch unter dem Namen "BBC Italy" über die Weltmeere. (Quelle: dpa)

Die "Atlantic Cruiser" fuhr bis Mai 2011 noch unter dem Namen "BBC Italy" über die Weltmeere. (Quelle: dpa)

Die türkischen Behörden haben das deutsche Frachtschiff "Atlantic Cruiser" gestoppt, um es nach für Syrien bestimmte Waffen zu durchsuchen. "Wir haben Informationen erhalten, nach denen dieses Schiff Waffen und Munition für Syrien als Ladung hat", sagte ein türkischer Diplomat, der nicht genannt werden wollte, zu der Durchsuchung des Schiffs.

Nach einem tagelangen Versteckspiel in den Gewässern zwischen Zypern, Syrien und der Türkei habe das Schiff die Küste der türkischen Hafenstadt Iskenderun angesteuert und werde dort seit der vergangenen Nacht festgehalten, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Geplant sei eine gemeinsame Untersuchung des Schiffes durch Zöllner, Polizisten und Diplomaten.

Besatzung findet keinen Hinweis auf Waffen

Die "Atlantic Cruiser" war von ihrer deutschen Reederei Bockstiegel am 13. April gestoppt worden. Diese hatte hatte allerdings vor zwei Tagen erklärt, sie habe keine Hinweise darauf, dass ein von ihr vermieteter Frachter Waffen und Munition für Syrien transportiere. Den Frachtunterlagen zufolge handele es sich bei der für Syrien bestimmten Ladung um Bauteile eines Thermalkraftwerks von einem indischen Hersteller.

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Die Besatzung habe die für sie zugängliche, obenauf gestaute Ladung inspiziert, erklärte die Geschäftsführung. "Das Erscheinungsbild der Ladung gebe keine Hinweise darauf, dass es sich, wie in der Presse behauptet, um Waffen, Munition oder schweres militärisches Gerät handeln könnte", hatte Bockstiegel auf seiner Internetseite mitgeteilt. Zudem habe der ukrainische Charterer betont, dass es sich bei der für Syrien bestimmten Fracht "ausschließlich um legale, zivile Güter" handele. Das Schiff sei an eine ukrainische Firma verchartert, mit der eine bereits längere Geschäftsbeziehung ohne jede Unregelmäßigkeit bestehe.

Was geschah in Dschibuti?

"Spiegel Online" hatte am Wochenende berichtet, die "Atlantic Cruiser" habe ihre Ladung für die syrischen Regierungstruppen vor einigen Tagen im Hafen von Dschibuti von einem iranischen Frachter übernommen. Durch Überläufer bei den syrischen Behörden sei die Fracht bekannt und die Reederei gewarnt worden.

Die Reederei bestätigte, dass das Schiff vor seiner Weiterreise nach Syrien in Dschibuti Halt gemacht habe. Dort sei aber lediglich ein Teil der Ladung gelöscht und keine neue Fracht an Bord genommen worden. Das Schiff habe dann Kurs auf den syrischen Hafen Tartus genommen. Am Wochenende hatte die "Atlantic Cruiser" jedoch nach Informationen von Ortungsdiensten ihren Kurs geändert. Dabei konnte sie zeitweise nicht mehr lokalisiert werden.

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