Startseite
Sie sind hier: Home > Nachrichten > Specials > Die Syrien-Krise >

Syrien-Konflikt: Assad-Truppen nehmen offenbar Rache

...

Assad-Truppen nehmen offenbar Rache

24.04.2012, 15:18 Uhr | dpa, dapd

Syrien-Konflikt: Assad-Truppen nehmen offenbar Rache. Syrien: Aufsteigende Rauchschwaden in Hama (Quelle: AFP)

Aufsteigende Rauchschwaden in Hama: Bild aus einem YouTube-Video (Quelle: AFP)

 

Nur einen Tag nach dem Besuch der UN-Beobachter haben syrische Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten in der Stadt Hama blutige Vergeltung geübt. Die Soldaten hätten mit schweren Maschinengewehren das Feuer eröffnet. Nach Oppositionsangaben wurden fast 60 Menschen getötet. Der US-Fernsehsender CNN berichtete sogar von mindestens 80 Toten.

Unter den Toten waren mindestens 48 Zivilisten, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Allein in der Protesthochburg Hama im Zentrum des Landes wurden demnach 31 Zivilisten durch Schüsse der Regierungstruppen getötet. 16 weitere starben den Angaben zufolge in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes.

In einem Online-Video war zu sehen, wie Rauchschwaden über Wohnblocks aufstiegen. In der Provinz Idlib seien 15 Soldaten gemeinsam desertiert.

Foto-Serie: Das Töten in Syrien geht weiter

Die Angriffe der Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad nährten Befürchtungen, dass diese sich für den begeisterten Empfang der UN-Beobachter rächen könnten. Die Inspektoren waren am Tag zuvor in Hama von einer jubelnden Menge begrüßt worden. "Das war die Bestrafung für die Menschen von Hama, weil sie gestern sehr tapfer waren, als sie die UN-Beobachter trafen", sagte der Aktivist Musab Alhamadee via Internet.

Die Panzer warten schon

Am Montag inspizierten die Beobachter der Vereinten Nationen Vororte der syrischen Hauptstadt Damaskus. Das Staatsfernsehen berichtete, das Team habe Sabadani rund 30 Kilometer nordwestlich von Damaskus besucht. Ein Sprecher der UN-Mission erklärte, die Beobachter seien auch in Duma und Harasta gewesen.

Foto-Serie: Syriens Herrscher-Clique

Der Aktivist Fares Mohammed sagte in Sabadani, das UN-Team habe sich etwa 30 Minuten in dem Ort aufgehalten, mit einigen Menschen gesprochen und beschädigte Gebäude in Augenschein genommen. Mohammed zeigte sich enttäuscht. Panzer seien kurz vor dem Besuch aus dem Zentrum abgezogen worden. Die Beobachter hätten das Angebot der Einwohner abgelehnt, sie zu den nahe stationierten Militärfahrzeugen zu führen. "Diese Panzer können innerhalb von zwei Minuten wieder in der Stadt sein", sagte er.

Bislang ist eine Vorhut aus acht UN-Beobachtern in Syrien eingetroffen. Sie sollen die Einhaltung eines vom Sondergesandten Kofi Annan ausgehandelten Waffenstillstandsabkommens überprüfen. Am Abend werden drei weitere unbewaffnete Beobachter erwartet. In den kommenden Tagen werde ihre Zahl auf 30 ansteigen, sagte ein UN-Sprecher in Damaskus. Wann das volle Kontingent von insgesamt 300 Beobachtern nach Syrien entsandt wird, ist unklar.

UN hofft auf Erfolg der Beobachtermission

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist der Sechs-Punkte-Plan des Sondergesandten Kofi Annan noch immer nicht vollständig umgesetzt. Die Waffenruhe sei unvollständig und "Menschenrechtsverletzungen bleiben nach wie vor straffrei", sagte der UN-Unterstaatssekretär für politische Angelegenheiten, B. Lynn Pascoe, im Sicherheitsrat. Er forderte die Regierung Assads erneut zum Abzug von Truppen und schweren Waffen aus den Städten und Ortschaften auf. Die UN hofften, dass eine erweiterte Beobachtermission die Kämpfe beende und einen "glaubwürdigen politischen Prozess" einleite, sagte Pascoe.

Aktivisten: Ein Toter bei Sprengstoffanschlag mitten in Damaskus

Mitten in der Hauptstadt Damaskus ist am Dienstag eine Bombe detoniert. Aktivisten meldeten, der Fahrer des Wagens, in dem der Sprengsatz platziert wurde, sei durch die Explosion auf dem zentralen Al-Mardsche-Platz ums Leben gekommen. Das Fahrzeug sei nicht komplett ausgebrannt, wie dies bei Selbstmordanschlägen mit größeren Autobomben stets der Fall ist. Syrische Medien sprachen von drei Verletzten.

Regimegegner meldeten, die Sicherheitskräfte hätten am Tatort mehrere Augenzeugen mitgenommen und seien mit ihnen davongefahren. Verdächtig sei, dass noch vor der Explosion ein Team des regimetreuen TV-Senders Al-Dunia auf dem Platz gewesen sei.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete indes, ein hochrangiger Funktionär des Geheimdienstes sei in Damaskus am frühen Dienstagmorgen ermordet worden. In dem Vorort Sajjida Zeinab habe es ein Gefecht zwischen den Regierungstruppen und einer Gruppe von Deserteuren gegeben.

Oppositionelle meldeten unterdessen, in der Nacht sei der Kommunist Salama Kila in seinem Haus verhaftet worden. Der gebürtige Palästinenser hatte wegen seiner politischen Überzeugung bereits früher in Syrien im Gefängnis gesessen. Menschenrechtler forderten auch die Freilassung der Autorin Marie Issa, die am 14. April zusammen mit ihrem Ehemann, dem Arzt Joseph Nachle, in ihrem Haus in einem Vorort von Damaskus verhaftet worden war. Angeblich wirft man dem christlichen Ehepaar vor, verwundete "Terroristen" behandelt zu haben.

 
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
Anzeige
Video des Tages
In letzter Sekunde 
Bär rettet Vogel vor dem sicheren Tod

Das Federvieh droht in einem Wassergraben zu ertrinken. Video

Wirrer Anblick 
Welches Bein gehört zu welchen Ringer?

Spannendes Match mit athletischen Verrenkungen. mehr

Drei-Tages-Wettervorhersage

Shopping 
Traumhafter Garnacha von alten Reben

8 Fl. Marqués de Somera + 2 Gläser statt 62,10 € für nur 39,- €. Versandkostenfrei bei HAWESKO.

Anzeige


Anzeige