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    Obamas "Outing": TV-Interview des Präsidenten heizt Wahlkampf an

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    Obamas "Outing": TV-Interview des Präsidenten heizt Wahlkampf an

    10.05.2012, 09:54 Uhr | AFP

    Obamas "Outing": TV-Interview des Präsidenten heizt Wahlkampf an. US-Präsident Barack Obama überrascht mit einem Bekenntnis zu Schwulen und Lesben (Quelle: ap)

    US-Präsident Barack Obama überrascht mit einem Bekenntnis zu Schwulen und Lesben (Quelle: ap)

    Sechs Monate vor der Wahl hat sich Barack Obama als erster US-Präsident offen für die Homo-Ehe ausgesprochen. Die Entscheidung über deren Einführung sollte aber den einzelnen Bundesstaaten überlassen werden, sagte Obama dem Fernsehsender ABC. Bürgerrechtler und Homosexuellen-Verbände jubelten, der Präsident habe "Geschichte geschrieben". Umfragen sehen einen allmählichen Stimmungswandel in der Bevölkerung. Von den Republikanern kam dagegen heftige Kritik.

    "Für mich persönlich ist es wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten", sagte Obama. Vor vier Jahren hatte er sich im Wahlkampf noch gegen die Eheschließung zwischen Homosexuellen ausgesprochen. Zuletzt hatte das Weiße Haus stets erklärt, dass sich Obamas Haltung in dieser Frage "entwickelt".

    In den vergangenen Tagen war der Druck auf den Präsidenten deutlich gewachsen, endlich Stellung zu beziehen. Sein Vizepräsident Joe Biden hatte am Wochenende in einem Fernsehinterview gesagt, er fühle sich "absolut wohl" mit einer Anerkennung der Homo-Ehe. Obama sagte nun, in den Freundeskreisen seiner Töchter gebe es Kinder mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen, die seine Meinung mitgeprägt hätten.

    Mitt Romney lehnt Homo-Partnerschaften ab

    Die Rechte von Homosexuellen sind eines der umstrittensten gesellschaftlichen Themen in den USA. Obamas wahrscheinlicher republikanischer Herausforderer bei den Wahlen am 6. November, Mitt Romney, erklärte umgehend, er lehne nicht nur die Homo-Ehe sondern auch anerkannte gleichgeschlechtliche Partnerschaften ab.

    Im Bundesrecht der USA ist die Ehe als "legaler Bund zwischen Mann und Frau" festgeschrieben, allerdings können die Einzelstaaten in dieser Frage eigene Wege gehen. Die USA gleichen dabei einem Flickenteppich: In Connecticut, Iowa, Massachusetts, New Hampshire, New York und Vermont sowie der Hauptstadt Washington ist die Homo-Ehe erlaubt.

    Auch die Bundestaaten Washington und Maryland haben grünes Licht gegeben, die Gesetze könnten hier aber durch anstehende Volksabstimmungen wieder gekippt werden.

    Einige Bundesstaaten erkennen homosexuelle Partnerschaften an, stellen diese aber nicht mit der Ehe zwischen Mann und Frau gleich. Etwa 30 Staaten haben der Homo-Ehe dagegen mit Gesetzen oder Verfassungsänderungen einen Riegel vorgeschoben.

    Zuletzt hatten die Wähler in North Carolina am Dienstag in einem Referendum mit 61 Prozent für einen Verfassungszusatz gestimmt, der eine Eheschließung zwischen Homosexuellen sowie die Legalisierung anderer Formen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verbietet.

    Volksabstimmungen und Klagen

    Auch die Justiz wühlt das heikle Thema auf: In Kalifornien streiten Anhänger und Gegner der Homo-Ehe vor Gericht erbittert darum, ob ein durch eine Volksabstimmung erwirktes Verbot in dem Westküstenstaat verfassungswidrig ist. Experten gehen davon aus, dass der Fall letztlich vor den Obersten Gerichtshof in Washington kommt und dieser dann über gleichgeschlechtliche Ehen in allen Bundesstaaten entscheidet.

    Die öffentliche Meinung hat sich in den USA bei diesem Thema in den vergangenen Jahren aber deutlich gewandelt. Eine Erhebung des Instituts Pew Research Center aus dem April zeigt, dass landesweit mittlerweile 47 Prozent der US-Bürger die Einführung der Homo-Ehe unterstützen, während 43 Prozent dies ablehnen. 2001 hatten sich noch 60 Prozent gegen die Homo-Ehe ausgesprochen.

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