17.06.2013, 10:22 Uhr | dpa
Nach monatelangen Kriegsdrohungen scheint Diktator Kim Jong Un nun verhandeln zu wollen (Quelle: dpa)
Ein unerwartetes Angebot aus Pjöngjang dürfte im Weißen Haus auf Interesse und wenigstens gedämpfte Freude stoßen: Nach monatelangen Kriegsdrohungen bietet Nordkorea Verhandlungen an - und das ohne Vorbedingungen, fast jedenfalls.
Beide Seiten könnten neben dem Abbau militärischer Spannungen einen Friedensvertrag und die Vision der USA von einer atomwaffenfreien Welt erörtern, hieß es in einer "wichtigen" Erklärung der nationalen Verteidigungskommission. Zeitpunkt und Ort könnten die USA bestimmen.
Das wichtigste Entscheidungsgremium des kommunistischen Landes machte allerdings klar, dass Nordkorea sich nicht einseitig bereiterklären werde, sein Atomprogramm abzubauen. Zur Denuklearisierung gehöre auch ein Ende der atomaren Bedrohung durch die USA, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. Ein Punkt, den die kommunistische Führung in der Vergangenheit stets betont hatte. Das Atomarsenal des Landes sei sonst nicht verhandelbar.
In Südkorea waren Beobachter skeptisch, ob Washington auf das Angebot eingehen wird. Die US-Regierung hatte Nordkorea mehrfach aufgerufen, zunächst konkrete Schritte zur Beendigung seines Atomwaffenprogramms zu unternehmen.
Der Vorschlag Pjöngjangs kam nur wenige Tage nach der Absage von geplanten Annäherungsgesprächen zwischen Nord- und Südkorea. Es sollte um die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte und humanitäre Fragen gehen. Der Termin war wegen eines Streits um den Rang der Verhandlungsführer geplatzt.
"Falls die USA wirklich an einer Entspannung auf der koreanischen Halbinsel sowie an Frieden und Sicherheit in der Region, einschließlich des US-Festlands, interessiert sind, sollten sie nicht über Gespräche oder Kontakte auf der Basis von Vorbedingungen reden", erklärte die nordkoreanische Kommission. Deren erster Vorsitzender ist der junge Machthaber Kim Jong Un, der die Welt über Monate mit Drohgebärden und Raketentests in Atem hielt.
Der Atomstreit mit Norkdorea hatte sich seit dessen Nukleartest im Februar zugespitzt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Präventivschlag angedroht und den "Kriegszustand" mit Südkorea ausgerufen. Zuletzt kamen dann Entspannungssignale aus Pjöngjang.
Zunächst erinnert dies nur an das Auf und Ab der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Die koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch immer im Kriegszustand, da noch immer kein Friedensvertrag geschlossen wurde.
17.06.2013, 10:22 Uhr | dpa
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