02.07.2013, 20:53 Uhr | rtr, dpa, AFP
Deutschland bietet dem NSA-Enthüller Edward Snowden keinen Unterschlupf. "Die Voraussetzungen für eine Aufnahme liegen nicht vor", teilten das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium mit. Der 30 Jahre alte US-Amerikaner sitzt seit mehr als einer Woche im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo fest.
Den Transitbereich kann Snowden ohne russisches Visum nicht verlassen. Die USA hatten seinen Pass für ungültig erklärt.
Die Bundesregierung hätte Snowden womöglich nach Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes aufnehmen können. Dort heißt es: "Einem Ausländer kann für die Aufnahme aus dem Ausland aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden. Eine Aufenthaltserlaubnis ist zu erteilen, wenn das Bundesministerium des Innern oder die von ihm bestimmte Stelle zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland die Aufnahme erklärt hat."
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), dessen Ministerium für die Prüfung des Aufnahmeersuchens zuständig ist, hatte im Laufe des Tages Skepsis darüber geäußert, dass Snowden aus humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis bekommen werde - schließlich seien die USA ein Rechtsstaat mit demokratisch gewählten Vertretern.
Ein von Snowden an Deutschland gestellter Asylantrag hat nach deutschem Recht ebenfalls kaum Aussicht auf Erfolg, da politisches Asyl nur auf deutschem Boden beantragt werden kann.
Die Grünen warfen der Bundesregierung nach der Ablehnung Scheinheiligkeit vor. "Die Absage von Angela Merkel an eine Aufnahme von Edward Snowden zeigt die ganze Scheinheiligkeit dieser Regierung. Sie gibt sich empört, unternimmt aber nichts", erklärten die Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin.
Insgesamt stellte der 30-Jährige in 21 Ländern einen Antrag auf Asyl, darunter 13 europäische und sechs lateinamerikanische Staaten sowie China und Indien. Andere europäische Länder wiesen bereits darauf hin, dass ein Asyl-Gesuch aus dem Ausland nicht möglich sei.
Seinen Antrag in Russland zog Snowden zurück, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte. Grund waren demnach die Bedingungen, die Präsident Wladimir Putin für ein Bleiberecht genannt hatte: Snowden müsse "seine Tätigkeit einstellen, die darauf abzielt, unseren amerikanischen Partnern zu schaden", hatte Putin gefordert.
Snowden wird von den USA wegen Spionage per Haftbefehl gesucht. Er hatte enthüllt, dass der britische und der US-Geheimdienst im großen Stil Internetkommunikation auch europäischer Nutzer überwachen.
02.07.2013, 20:53 Uhr | rtr, dpa, AFP
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