27.07.2013, 13:52 Uhr | dpa
Lichterloh brannte das Haus, das der Zwickauer Zelle des NSU bis zu ihrem Ende als Unterschlupf gedient haben soll (Quelle: dpa)
Was im Kopf der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe vorgeht, ist nach wie vor unklar. Doch Katzen haben ihr möglicherweise mehr bedeutet als Menschen. Mit zwei Vierbeinern soll Zschäpe Nachbarn zufolge erschrocken, aber nicht panisch das Zwickauer Haus verlassen haben, in dem sie laut Anklage zuvor ein Feuer gelegt hatte.
Eine Nachbarin zeichnete das Bild einer recht gefassten Person, das sich ein Stück weit mit dem deckt, das die schweigende Hauptangeklagte vor Gericht erzeugt. Zschäpe sei ihr mit zwei Katzenkörben entgegengekommen, hinter ihr habe das Haus gebrannt. "Ich habe gefragt: Was ist hier passiert? Sie drehte sich um und war selbst sehr erschrocken." Dann habe Zschäpe gefragt, ob sie die Körbe mit den Katzen abstellen könne. "Ich sagte, ich passe erst mal auf die Katzen auf." Dann sei die mutmaßliche Brandstifterin wieder zurück in Richtung des Hauses gegangen.
Kurz darauf begegnete Zschäpe einem weiteren Nachbarn. Sie sei zügig gegangen, mit einem Mobiltelefon in der Hand, gab dieser zu Protokoll. "Sie machte nicht den panischen Eindruck", berichtete der Zeuge. "Ich fragte, was los sei und ob sie die Feuerwehr schon verständigt hätte. Sie sagte ja und lief davon."
Er sei ihr ein Stück gefolgt, weil er gefürchtet habe, sie könne verwirrt sein. Dann habe er sie aber aus den Augen verloren. Vier Tage später stellte sich Beate Zschäpe der Polizei. Die Katzen kamen ins Tierheim.
Zschäpe soll nach dem Tod ihrer mutmaßlichen Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die gemeinsame Wohnung der Zwickauer Zelle des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angezündet haben. Zugleich hätte die Brandstiftung drei Menschenleben kosten können: Davon ist die Anklage überzeugt und spricht darum auch von versuchtem Mord.
Bilder aus der Wohnung der Nachbarin verdeutlichen, in welch prekärer Lage sich eine 89-Jährige Bewohnerin befand. Sie wurde von ihren Nichten aus dem Gebäude gerettet. Zschäpe, so meint die Bundesanwaltschaft, habe sich damit abgefunden, dass die alte Frau zu Tode kommen könnte.
Das Gleiche gelte für zwei Handwerker, die sich normalerweise in dem Haus aufgehalten hätten. Glücklicherweise machten sie aber gerade Pause, als es brannte. Nur um die Katzen kümmerte Zschäpe sich selbst und vermutlich darum, alle Spuren zu verwischen.
Das Haus in der Frühlingsstraße wurde inzwischen abgerissen. Die Stadt Zwickau hatte es gekauft, es sollte kein Wallfahrtsort für Neonazis werden. Dem NSU wird eine Reihe größtenteils fremdenfeindlicher Anschläge zur Last gelegt, darunter zehn Morde. Beate Zschäpe ist als Mittäterin an allen Attentaten angeklagt.
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