31.07.2013, 09:54 Uhr | dpa
Manch Beobachter wundert sich über Zschäpes adrettes Erscheinungsbild, Nachbarn hatten noch ganz andere Gedanken (Quelle: dpa)
Eine Nachbarin, die wie offenbar alle anderen Hausbewohner nichts von der wahren Identität des NSU-Trios gewusst haben will, hielt Beate Zschäpe für eine Prostituierte. Das sagte sie als Zeugin im NSU-Prozess aus.
Eine rote Lampe im Wohnungsfenster der mutmaßlichen Terroristen sorgte offenbar für Verwirrung in der Nachbarschaft. "Wir haben am Anfang immer gedacht, die arbeitet in 'nem anderen Bereich", erklärte die Nachbarin vor dem Oberlandesgericht München. Sie habe an das Motto gedacht: "So, der nächste kann kommen."
Vergangene Woche beschrieb ein anderer Zeuge sie als "liebe, gute Nachbarin". Man habe sie "Dienelt-Maus" genannt, die Erklärung: "Erstens hieß se Dienelt", eines ihrer Pseudonyme, "und zweitens ist se 'ne Maus." Zschäpe habe gelegentlich mit ihm und anderen im Keller gesessen, sich dort unterhalten und getrunken, auch mal eine Pizza spendiert.
Wie bereits zwei andere Nachbarn berichteten, erklärte nun eine weitere Zeugin, dass Zschäpe kurz nach der Explosion in der Wohnung der "Zwickauer Zelle" das Haus mit zwei Katzenkörben verlassen habe.
Zschäpe habe einen roten Mantel angehabt und sei in schnellem Laufschritt weggegangen. "In jeder Hand eine Katzenbox, mehr habe ich nicht gesehen", berichtete die 18-Jährige. Dann habe sie die Feuerwehr alarmiert.
Die Hauptangeklagte muss sich als Mittäterin unter anderem für zehn Morde an neun Geschäftsleuten mit ausländischen Wurzeln und einer Polizistin verantworten. Zschäpe soll außerdem nach dem Tod ihrer mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die gemeinsame Wohnung in Brand gesetzt haben, um alle Spuren zu verwischen.
In diesem Zusammenhang wird ihr auch Mordversuch vorgeworfen, weil sie den Tod einer 89-Jährigen in der Nachbarwohnung sowie zweier Handwerker in Kauf genommen habe, die ihr demnach weniger wichtig waren als ihre Katzen.
Die betagte Dame habe zunächst nichts von der Explosion mitbekommen und sei schließlich von einer Nichte aus dem Haus gebracht worden, berichtete die 18-jährige Zeugin von ihrer Urgroßtante.
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