Assad-Regime droht USA
"Wir sind kein Häppchen, das man so einfach verspeisen kann"28.08.2013, 12:10 Uhr | dpa, AFP, t-online.de
Das Assad-Regime gibt sich angesichts der US-Angriffsplanungen auf Syrien kämpferisch: "Wir sind kein Häppchen, das man so einfach verspeisen kann. Wir werden die anderen überraschen", drohte Syriens Außenminister Walid al-Muallim allen Staaten, die sich an einem Krieg gegen sein Land beteiligen wollen.
Eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien zeichnet sich ein Militäreinsatz mehrerer Staaten ab. US-Vizepräsident Joe Biden verkündete, dass "diejenigen, die chemische Waffen gegen wehrlose Männer, Frauen und Kinder einsetzen, dafür zur Rechenschaft gezogen werden sollten und müssen."
Großbritanniens Premierminister David Cameron will dem UN-Sicherheitsrat noch heute den Entwurf für eine Syrien-Resolution vorlegen. Damit soll das Gremium nach dem Wunsch Großbritanniens "notwendige Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten" autorisieren.
Laut Berichten der NBC würde sich ein US-Militäreinsatz in Syrien über drei Tage erstrecken. Nach Informationen der "Washington Post" würde das US-Militär Marschflugkörper von Kriegsschiffen abfeuern, die jetzt schon im Mittelmeer kreuzen, oder Langstreckenbomber einsetzen. Demnach seien die kriegerischen Handlungen in ihrem Umfang begrenzt.
Jay Carney, der Sprecher des Weißen Hauses, bekräftigte, dass Präsident Barack Obama den Einsatz von Bodentruppen ablehne, sonst aber alle Optionen - auch nicht-militärische - weiter in Betracht gezogen würden. Er betonte zudem, die Reaktion ziele nicht darauf ab, einen Regimewechsel in Syrien herbeizuführen. "Die Lösung dieses Konfliktes muss durch politische Verhandlungen und Ergebnisse erfolgen", sagte Carney.
US-Vizepräsident Joe Biden erklärte, es gebe keinen Zweifel daran, dass die Führung in Damaskus für den "ruchlosen" Gebrauch chemischer Waffen in Syrien verantwortlich sei. Der "Washington Post" zufolge könnten entsprechende Geheimdiensterkenntnisse bereits am Donnerstag veröffentlicht werden. Darunter dürfte nach einem Bericht des Magazins "Foreign Policy" auch ein Telefonat zwischen dem syrischen Verteidigungsministerium und dem Chef einer C-Waffen-Einheit sein, das der US-Geheimdienst vergangenen Mittwoch abgehört habe. Dabei sei es um um einen Angriff "mit Nervengas mit mehr als 1000 Toten" gegangen.
Auch die Arabische Liga gibt dem Regime in Damaskus die Schuld an den Attacken, der Rat der Liga verurteilte "dieses abscheuliche Verbrechen". Das UN-Team aus Chemiewaffen-Experten, das die Vorwürfe in der Nähe von Damaskus untersuchen soll, musste seine Arbeit wegen der angespannten Sicherheitslage unterbrechen. Obama telefonierte laut dem Weißen Haus auch mit Staats- und Regierungschefs in Australien, Kanada und Frankreich. Nun lautet die Frage offenbar nur noch, wann der Militärschlag gegen Syrien beginnt.
Ein Angriff mit Chemiewaffen dürfe nicht folgenlos bleiben. Die US-Streitkräfte in der Region stehen schon bereit.
Nach Einschätzung des Irans würde ein Militärschlag in Syrien zu einer Katastrophe im kompletten Nahen Osten führen. "Der Nahe Osten ist ein Pulverfass, eine amerikanische Militärintervention in Syrien würde daher zu einer Katastophe ohne absehbares Ende führen", sagte Irans oberster Führer Ajatollah Alo Chamenei.
Nach Ansicht des iranischen Parlamentspräsidenten Ali Laridschani würde ein Angriff auch Israel bedrohen. "Wir warnen den Westen: Im Falle eines Krieges in Syrien sollten sie sich auch um ihr illegitimes Kind (Israel) in der Region große Sorgen machen". Laridschani warf dem Westen vor, mit einem Einsatz ohne UN-Mandat das internationale Recht zugunsten Israels zu ignorieren. Der Westen solle sich bewusst sein, dass er zwar über den Beginn einer militärischen Option in Syrien selber entscheiden könne, "nicht aber über deren Ende".
28.08.2013, 12:10 Uhr | dpa, AFP, t-online.de
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