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Syrien-Konflikt: Frust an der Rebellenfront - gestorben wird weiter

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Bürgerkrieg in Syrien

Frust an der Rebellenfront - gestorben wird weiter

12.09.2013, 16:41 Uhr | dpa

Syrien, Kämpfer, Freie Syrische Armee, (Quelle: AP/dpa)

Kämpfer der Freien Syrischen Armee (Quelle: AP/dpa)

Ein Eingreifen der USA im Syrien-Konflikt scheint - zumindest für die kommenden Tage - aus der Welt. Doch allein die Ankündigung hatte Auswirkungen auf den Bürgerkrieg. Und der sich anbahnende Kompromiss um die Chemiewaffen von Baschar al-Assad lässt die Opposition frustriert zurück.

Die Drohung der US-Regierung mit einem Militärschlag hatte zu einigen kurzfristigen Verschiebungen an den vielen Fronten des Bürgerkrieges geführt.

Stellungen aus Angst vor Angriffen verlassen

Der syrische Oppositionelle Fawas Sakri berichtet: "Die radikalen Islamisten-Brigaden haben Stellungen verlassen, weil sie Angst hatten, dass die Amerikaner nicht nur das Militär, sondern auch sie angreifen könnten. Das Gleiche gilt für die Regierungstruppen. Der Freien Syrischen Armee (FSA) hat das an einigen Orten die Möglichkeit gegeben, ihre Position zu verbessern."

Doch für die syrischen Zivilisten, die den Schrecken des Bürgerkrieges nahezu schutzlos ausgeliefert sind, ändert sich nicht viel - vor allem, da es jetzt so aussieht, als könnten die angedrohten US-Angriffe komplett abgesagt werden.

Opposition entsetzt über Kompromiss

Die syrische Opposition und die mit ihr verbündeten Rebellen-Brigaden sind entsetzt über den sich abzeichnenden amerikanisch-russischen Kompromiss. "Dieser Vorschlag erfordert, dass man Baschar al-Assad vertraut, einem Mann, der Zehntausende hat töten lassen und der den Besitz von Chemiewaffen in der vergangenen Woche noch geleugnet hatte", erklärt die Nationale Syrische Allianz, die die Oppositionsgruppen umfasst.

Die Regimegegner betonen zudem, für die Opfer sei es letztlich gleichgültig, ob sie durch Giftgas, Raketen, Artillerie oder Granaten sterben.

Allianz will Strategie überdenken

Die Allianz, die bislang auf den Westen, die Türkei und die arabischen Golfstaaten gebaut hat, will ihre Strategie jetzt neu überdenken. Für diesen Freitag hat sie die 115 Mitglieder ihres Führungsgremiums zu einer Dringlichkeitssitzung in Istanbul zusammengerufen.

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Auch die Vereinten Nationen und die Arabische Liga warnen davor, einen Erfolg in der Chemiewaffen-Frage mit Fortschritten auf der Suche nach einer Lösung für den Konflikt zu verwechseln.

IISS rechnet mit Zuspitzung des Konflikts

Das renommierte Internationale Institut für strategische Studien (IISS) rechnet mit einer Zuspitzung für die kommenden Wochen. "Unter den Rebellen herrscht ein starkes Gefühl der Mutlosigkeit und Verlassenheit", sagte IISS-Nahostexperte Emile Hokayem. Das Regime werde sich diese Passivität seiner Gegner zunutze machen.

Es gebe unter den Rebellen derzeit keinerlei Interesse an einer diplomatischen Lösung, sagte Hokayem, der nach eigenen Angaben ständig in Kontakt mit Rebellen vor Ort steht. "Die Art und Weise, wie mit dem Chemiewaffen-Angriff umgegangen wurde, war ein Rückschlag." Auch sei ein Zulauf zu radikalen Gruppen sunnitischer Muslime zu erkennen.

"Konflikt hat gefährliche Wende genommen"

Die Syrien-Kommission des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte stellte diese Woche fest: "Der Konflikt in der Syrisch-Arabischen Republik hat eine gefährliche Wende genommen. Die meisten Menschen sterben als Folge des illegalen Einsatzes konventioneller Waffen."

Immer mehr unbewaffnete Zivilisten werden auch einfach kaltblütig erschossen oder mit Messern massakriert. Dies geschieht, wenn sie Kämpfern oder Soldaten in die Hände fallen, die sie als Unterstützer einer anderen Bürgerkriegspartei identifizieren oder auch nur, weil sie einer anderen Glaubensrichtung angehören.

Auch die Rebellen begehen schwere Kriegsverbrechen

Nach Aussagen von Menschenrechtlern und unabhängigen Beobachtern begehen neben den Regierungstruppen und den mit ihnen verbündeten bewaffneten Volkskomitees auch die radikalen Rebellen schwere Kriegsverbrechen.

Dorfbewohner berichteten der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter von einem Massaker der islamistischen Al-Nusra-Front am vergangenen Dienstag in einem Dorf der Provinz Homs. Ihren Angaben zufolge töteten die Islamisten 22 Beduinen und Angehörige der alawitischen Minderheit. Unter den Toten sollen auch vier Kinder und alte Frauen gewesen sein.

Parallel zu einer Zunahme der Kriegsverbrechen wird das Beziehungsgeflecht zwischen den verschiedenen Brigaden immer komplexer. Im Norden kämpfen Kurden gegen Araber. Die verschiedenen Islamisten-Brigaden tragen ihre Rivalitäten inzwischen gelegentlich auch mit der Waffe aus. Der liberale Flügel der Exil-Opposition, der es nicht geschafft hat, den Westen zu einem militärischen Eingreifen zu motivieren, verliert weiter an Einfluss.

12.09.2013, 16:41 Uhr | dpa

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