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Verfassungsschutz liefert vertrauliche Daten an die NSA

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Geheimdokument der Bundesregierung

Verfassungsschutz liefert vertrauliche Daten an die NSA

13.09.2013, 22:06 Uhr | rtr, dpa

Medienberichten zufolge arbeitet auch der deutsche Inlandsgeheimdienst eng mit der NSA zusammen (Quelle: dpa)

Medienberichten zufolge arbeitet auch der deutsche Inlandsgeheimdienst eng mit der NSA zusammen (Quelle: dpa)

Im Zuge der NSA-Affäre gerät nun auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Erklärungsnot. Nach Recherchen des Norddeutschen Rundfunks und der "Süddeutschen Zeitung" hat nicht nur der Bundesnachrichtendienst (BND), sondern auch der Inlandsgeheimdienst regelmäßig vertrauliche Daten an die National Security Agency (NSA) in den USA geliefert.

Dies gehe aus einem Geheimdokument der Bundesregierung hervor, das den Redaktionen beider Medien vorliege, hieß es in einer Vorabmeldung der "Süddeutschen Zeitung". Dem Papier zufolge habe das Bundesamt allein im vergangenen Jahr 864 Datensätze an die Amerikaner übermittelt.

Der Verfassungsschutz ist ein Inlandsgeheimdienst und spioniert damit nur auf deutschem Boden. Sollte sich der Bericht bewahrheiten, würde dies bedeuten, dass der Dienst offenbar Informationen über in Deutschland ausgespähte Menschen in die USA weitergibt.

Der Verfassungsschutz erklärte in einer Stellungnahme, bei der Zusammenarbeit halte man sich strikt an seine gesetzlichen Befugnisse. Behördenchef Hans-Georg Maaßen sagte, der Verfassungsschutz pflege "im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgabenerfüllung eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit verschiedenen ausländischen Diensten, darunter auch mit amerikanischen Diensten: "Diese Kooperation trägt erheblich zur Verhinderung von Terroranschlägen und damit zum Schutz von Leib und Leben in Deutschland bei."

Die Zusammenarbeit erfolge nach Recht und Gesetz: "Jede gegenteilige Behauptung weise ich mit Nachdruck zurück", sagte Maaßen. Die Gespräche und Treffen seien dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages bekannt. Das Bundesinnenministerium schloss sich diesen Ausführungen an.

Spionagesoftware gegen Daten

Dem als geheim eingestuften Papier zufolge liefert der Verfassungsschutz Daten und bekommt im Gegenzug Informationen und Spionagesoftware aus den Vereinigten Staaten.

Allein in den vergangenen vier Jahren soll der deutsche Dienst 4700 Verbindungsdaten aus den USA erhalten haben. Zudem soll es regelmäßige Treffen zwischen Vertretern der NSA und dem Bundesamt geben. So treffe sich ein NSA-Mitarbeiter angeblich wöchentlich mit deutschen Geheimdienstlern in der "BfV-Liegenschaft Treptow" zum Informationsaustausch.

Analysten des Bundesamts hätten mehrmals Verabredungen mit ihren amerikanischen Kollegen in der NSA-Kaserne "Dagger-Complex" bei Darmstadt gehabt. In den vergangenen vier Jahren sei daraus offenbar eine Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen erwachsen.

Foto-Serie: Top-Nachrichten des Tages

Neben den 864 Datensätzen habe der Verfassungsschutz den Amerikanern laut Dokumenten aus dem Innenministerium "regelmäßig bewertete Sachverhaltsdarstellungen" übermittelt, berichteten die Zeitung und der Sender weiter.

"Enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit"

Die beiden Medien berichteten weiter, dass der deutsche Inlandsgeheimdienst den vorliegenden Unterlagen zufolge auch "eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit acht weiteren US-Diensten unterhalte, etwa der Central Intelligence Agency (CIA) und einer bislang weithin unbekannten Abteilung 15 der US Army Counterintelligence. Laut eines Jobangebots führe dieser Dienst "offensive Gegenspionage auf der ganzen Welt" durch, der ausgeschriebene Einsatzort sei Stuttgart gewesen.

13.09.2013, 22:06 Uhr | rtr, dpa

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