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Julia Timoschenko in Bedrängnis: Telefon-Mitschnitt auf YouTube

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Timoschenko über Putin  

"Ich bin bereit, dem Bastard in den Kopf zu schießen"

25.03.2014, 15:33 Uhr | t-online.de

Julia Timoschenko in Bedrängnis: Telefon-Mitschnitt auf YouTube. Umstritten: die ukrainische Politikerin Julia Timoschenko (Quelle: dpa)

Umstritten: die ukrainische Politikerin Julia Timoschenko (Quelle: dpa)

Ein abgefangenes Telefonat bringt die ukrainische Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko in arge Bedrängnis. Der Sender "Russia Today" hat den Mitschnitt auf Youtube gestellt, in dem sie derb gegen Russland und die in der Ukraine lebenden Russen vom Leder zieht: Wladimir Putin würde sie am liebsten umbringen. Timoschenko bestätigt das Gespräch grundsätzlich - an einer Stelle habe man es aber gefälscht.

"Ich bin bereit, ein Maschinengewehr zu nehmen, und dem Bastard in den Kopf zu schießen", sagt sie demnach dem ukrainischen Parlamentsabgeordneten Nestor Schufritsch. Mit dem Bastard ist offensichtlich der russische Präsident gemeint. Schufritsch hatte sie darauf angesprochen, was man in der Krim-Krise denn jetzt unternehme. Das Gespräch soll am 18. März stattgefunden haben, kurz nach dem Referendum auf der Krim.

"Hätte Weg gefunden, die Arschlöcher zu töten"

Während Schufritsch versucht, sachlich zu bleiben, ist Timoschenko außer Rand und Band. "Das überschreitet alle Grenzen", sagt sie mit trauriger Stimme zur russischen Annexion. "Es ist Zeit, dass wir zu den Waffen greifen und diese verdammten Russen zusammen mit ihrem Führer töten." Mit ihr an der Macht wäre die Krim nie in die Hände Russlands gefallen, sagt die Ex-Präsidentin weiter.

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Schufritsch stimmt ihr halbherzig zu, verweist aber darauf, dass die Ukraine nicht genug Schlagkraft gehabt hätte, um die Russen an der Übernahme zu hindern. "Ich hätte einen Weg gefunden, diese verdammten Arschlöcher zu töten", sagte Timoschenko laut Übersetzung von Russia Today. Sie werde all ihre Kontakte nutzen, um die ganze Welt gegen Russland aufzubringen, damit dort nicht mal ein verbranntes Feld übrig bleibt.

Timoschenko gibt Gespräch zu - schränkt aber ein

Schufritsch fragt dann: "Was machen wir jetzt mit den acht Millionen Russen, die in der Ukraine leben? Sie sind doch Ausgestoßene." Darauf antwortet Timoschenkos Stimme: "Man sollte sie mit Nuklearwaffen töten."

Das will die Politikerin so nicht gesagt haben. Sie twittert: "Die Unterhaltung hat stattgefunden, aber die die 'acht Millionen Russen in der Ukraine' sind reingeschnitten... Hallo FSB (der russische Geheimdienst, d. Red.), sorry für die obszöne Sprache". Russia Today ist das internationale Sprachrohr der russischen Regierung. Schufritsch allerdings bestreitet in einer Presseerklärung, dass es das Telefonat gegeben hat.

Am Ende des Gesprächs wird der Ton milder und Timoschenko spricht darüber, den Krim-Konflikt vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen.

Dieses Telefonat bringt die ohnehin umstrittene Präsidentschaftskandidatin in die Bredouille - für viele Ukrainer ist sie wegen ihrer Vergangenheit, über die unter anderem Korruption einen Schatten wirft, ohnehin unwählbar. Dieser Eindruck wird sich jetzt noch weiter verstärken.

Aktivist des "Rechten Sektors" ermordet

Unterdessen ist ein Regionalchef der rechtsextremen ukrainischen Bewegung Pravi Sektor (Rechter Sektor) offenbar bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Olexander Musitschko habe das Feuer auf die Beamten eröffnet, als diese ihn festnehmen wollten, sagte Vize-Innenminister Wolodimir Jewdokimow. Musitschko habe den Schusswechsel in einem Café in Riwne im Nordwesten des Landes zunächst überlebt, sei kurz darauf aber seinen Verletzungen erlegen. Andere Berichte vom Tod des Nationalisten, die über Twitter veröffentlicht wurden, schildern eine Hinrichtung.

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