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Maya-Kalender: Russland und Ukraine warten auf den Weltuntergang

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"Dann steigen wir in den Bunker und schließen feierlich die Luke"

10.12.2012, 11:20 Uhr | Von Benedikt von Imhoff und Andreas Stein, dpa

Überlebenspakete zum Weltuntergang sind in Russland und der Ukraine sehr gefragt. (Quelle: dpa)

Überlebenspakete zum Weltuntergang sind in Russland und der Ukraine sehr gefragt - hier ein Scherzpaket als Neujahrsgruß. (Quelle: dpa)

Mit "Überlebenspaketen" warten Menschen in Russland und der Ukraine auf die angebliche Apokalypse am 21. Dezember. Bunkerplätze sind heiß begehrt. In den abergläubischen Ländern herrscht Weltuntergangsstimmung. Auch die Moskauer Führung schaltet sich ein, damit die Panik nicht zu groß wird. 

Was er während des Weltuntergangs macht, weiß der Ukrainer Andrej Iltschenko genau. "Für die Apokalypse kaufen wir Lebensmittel und Schnaps. Dann steigen wir in unseren Bunker hinunter und schließen feierlich die Luke", erzählt der Student aus der Stadt Dnjepropetrowsk.

Mit einem "letzten Abendmahl" in dem ehemaligen Sowjetbunker unter der Erde wollen die jungen Leute am 21. Dezember auf das Ende der Welt anstoßen. Für diesen Tag fürchten Untergangstheoretiker die Apokalypse, weil dann ein Zyklus im Kalender der Mayas endet. 

Russen traditionell abergläubisch

Vor allem bei den traditionell stark abergläubischen Ukrainern und Russen lösen die sich häufenden Medienmeldungen über den angeblichen Weltuntergang große Angst aus - etwa in der russischen Kleinstadt Omutninsk. Dort kauften die Einwohner nach einem Bericht in der Lokalzeitung zu "konjez sweta", wie der Weltuntergang auf Russisch heißt, in Panik die Geschäfte leer. Die Redakteure hatten vergessen, den Artikel als Scherz zu kennzeichnen. 

Die Stimmungsmache hält Russland so weit in Atem, dass sich die Regierung zu einer Stellungnahme genötigt sah. Er habe eindeutige Informationen vorliegen, nach denen die Apokalypse nicht am 21. Dezember eintreten werde, verkündete Zivilschutzminister Wladimir Putschkow.

"Es ist absolut bewiesen, dass globale Katastrophen nur im Abstand von etwa zehn bis 15 Millionen Jahren geschehen", versuchte Putschkow die Bürger zu beruhigen. Die Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" brachte die Mitteilung auf ihrer Titelseite. 

Auch die in Russland mächtige orthodoxe Kirche meldete sich zu Wort. "Das Ende der Welt wird natürlich kommen, und das kann zu jedem beliebigen Moment geschehen", sagte der einflussreiche Geistliche Wsewolod Tschaplin. Aber am 21. Dezember sei es noch nicht so weit, schob er gleich hinterher. 

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Täglich neue Gerüchte

Doch kaum ein Tag vergeht, an dem Zeitungen und Fernsehsender nicht über neue Gerüchte zum Weltuntergang berichten. Ein 19-jähriger Mann in der Stadt Dolgoprudny wurde nach offiziellen Angaben dadurch so stark verwirrt, dass er in Panik vier Menschen mit einer Hantel krankenhausreif schlug. Ein dreijähriges Kind lag im Koma.

Angesichts auch solcher Meldungen forderten Parlamentarier die staatlichen TV-Stationen mit Nachdruck auf, "verantwortungsvoller" mit den Ängsten der Menschen umzugehen. Tausende Betrüger wie selbst ernannte Magier und Hellseher nutzten das populäre Thema und zockten vertrauensselige Menschen ab, warnten die Abgeordneten. 

Notfallsets und Bunker sehr begehrt

In der Tat machen findige Geschäftsleute mit der aufkommenden Weltuntergangsangst bereits Profite. In der sibirischen Großstadt Tomsk bietet ein Unternehmen "Notfallsets" an. Für umgerechnet 22 Euro gibt es haltbare Lebensmittel, Kerzen, Streichhölzer und Seife, aber auch Spielanleitungen. In Russland erfreuen sich Plätze in unterirdischen Bunkern ebenfalls großer Beliebtheit. 

Andere Behördenvertreter versuchen hingegen mit Ironie, die Menschen zu beruhigen. "In einigen Regionen hat das Ende der Welt bereits begonnen - in Städten wie Murmansk oder Norilsk gibt es keine einzige Minute Tageslicht", sagte Roman Wilfand, der Leiter des Wetterdienstes in Moskau, im Scherz. Dieses Phänomen gebe es aber nördlich des Polarkreises in jedem Jahr. "In Norilsk ist der Weltuntergang nach unseren Berechnungen am 11. Januar vorbei, dann gibt es wieder Licht", meinte Wilfand. 

Woher kommt die Weltuntergangspanik?

Am 21. Dezember 2012 endet die 13. Periode des Maya-Kalenders. Von dem in Büchern und Katastrophenfilmen daraus abgeleiteten Weltuntergang ist bei den Mayas aber nicht die Rede: Die Zeit geht weiter, auch wenn ein Kalender aufhört.

Die Maya hatten eine zyklische Vorstellung von Zeit. In ihrer "Langen Zählung" endet 2012 ein Zyklus von 13 Einheiten mit je 400 Jahren. Die gegenwärtige Zeitrechnung begann 3113 v. Chr. Im Dezember 2012 enden nach 5200 Maya- Jahren diese Zyklen und man kehrt zum Maya-Ausgangsdatum 13.0.0.0.0 zurück. Ihre Blütezeit erlebte die Kultur von 300 bis 900 n.Chr. in Südmexiko und Guatemala. Die Maya gelten als herausragende Astronomen und hatten einen Sonnenjahr-Kalender mit 365 Tagen. 

Quelle: Von Benedikt von Imhoff und Andreas Stein, dpa

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