10.12.2012, 11:19 Uhr | dpa
Keine Spur von Weltuntergang: So feiern die Nachfahren der Mayas die Zeitenwende. (Quelle: dpa)
In der Pyramiden-Stadt Tikal im Osten Guatemalas wird am 21. Dezember der Abschluss des 5200 Jahre geltenden Maya-Kalenders gefeiert. Das Ende der "Langen Zeitrechnung" (Larga Cuenta oder Oxlajuj Baktún) bedeutete für die Mayas nicht den Weltuntergang, wie fälschlicherweise angenommen wird, sondern vielmehr den Beginn einer neuen Kalender-Periode.
Gleichzeitig soll in dem in Süd-Guatemala liegenden archäologischen Park Takalik Abaj vor 600 Menschen ebenfalls die Zeremonie der Sonnenwende stattfinden, bei der das Licht wieder die Übermacht über die Finsternis gewinnt. Die Eintrittskarten kosten 295 Dollar. Der Erlös soll dem Erhalt der Stätte dienen.
Seit Januar erinnert Guatemala am 21. eines jeden Monats mit offiziellen Zeremonien in einer der archäologischen Stätten des Landes an die Zeitenwende. Die letzte Feier vor dem Einläuten der neuen Ära war am 21. November in Qiriguá, 200 Kilometer nördlich von Guatemala.
Auch andere Länder der Region, über die sich das vor rund 1000 Jahren untergegangene Reich der Mayas erstreckte, wollen mit Feierlichkeiten an die Zeitenwende erinnern. In den meisten der zahlreichen archäologischen Stätten Mexikos und Belizes sind Aktionen geplant, bei denen auch die Nachfahren der Mayas an die große Kultur ihrer Vorväter erinnern werden.
In Honduras beginnt die Begrüßung des neuen Jahres eine Woche vor dem Termin. In der Copán-Stätte finden ein Archäologen-Symposium und die Vorstellung eines Dokumentarfilmes, aber auch Konzerte, Meditations-Momente, ein Masken-Karneval und ein Ballspiel nach Maya-Tradition statt.
Sogar in Bolivien wird dieses Jahr auf der Isla del Sol (Sonneninsel) im Titicaca-See zum ersten Mal auch der 21. Dezember mit Feierlichkeiten begangen, in Anlehnung an die nördlichen Maya-Zeremonien. Auch die bolivianischen Aymaras feiern die Jahreswende am kürzesten Tag. Nur ist das in der südlichen Erdhälfte der 21. Juni.
In Mexiko-Stadt gibt die Ausstellung "Maya: Gesellschaft und Zeit" im Anthropologischen Museum Zeugnis über die Maya-Kultur ab. Und auf der Yucatán-Halbinsel, wo sich die meisten mexikanischen Maya-Stätten befinden, werden zahlreiche wissenschaftliche Treffen, Konzerte, gastronomische Events und Light & Sound-Shows organisiert.
Einige Vertreter der Maya-Kultur haben ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, ob die großangelegten Feierlichkeiten nicht negative Auswirkungen auf den Erhalt der historischen Stätte haben werden.
Quelle: dpa
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