21.07.2013, 18:58 Uhr | AP/dpa
Das Ausgrabungsfeld Chirbet Keijafa westlich von Jerusalem: Hier soll der Palast von König David liegen (Quelle: AP/dpa)
Die Ruine liegt westlich von Jerusalem, das Gebiet heißt Chirbet Keijafa. Israelische Archäologen haben dort nach eigenen Angaben die Überreste eines antiken Palasts entdeckt, den sie dem biblischen König David zuschreiben. Mit der Radiokarbonmethode haben sie das Alter der Ruine auf etwa 1000 vor Christus datiert, die Zeit, in der König David gelebt haben soll. Doch Experten sind skeptisch, der Palast könnte auch einem anderen Herrscher aus der Periode gehört haben.
"Chirbet Keijafa ist bis heute das beste Beispiel einer befestigten Stadt aus der Zeit von König David", sagte Jossi Garfinkel von der Hebräischen Universität Jerusalem. Gemeinsam mit Saar Ganor vom israelischen Denkmalamt hat er die siebenjährigen Ausgrabungen geleitet. Garfinkel geht davon aus, dass König David selbst in dem Palast gelebt hat. Sein Team habe für Judäer typische Kultobjekte gefunden und überdies keinerlei Überreste von Schweinen, die nach dem jüdischen Speisegebot nicht verzehrt werden dürfen. Solche Hinweise seien "unzweideutige Belege" dafür, dass David und seine Nachkommen dort regiert hätten, sagte Garfinkel.
Kritiker warnen hingegen vor voreiligen Schlüssen: Israel Finkelstein von der Universität Tel Aviv stimmte zu, dass die Anlage "raffiniert" und "gut befestigt" sei, doch könne sie auch Philistern, Kanaanitern oder anderen Völkern aus der Gegend gehört haben. Es gebe keine Möglichkeit zu überprüfen, wer die Anlage gebaut habe, solange nicht ein Monument mit einem deutlichen Hinweis entdeckt werde, sagte er. Überdies gibt es laut der vorherrschenden Lehrmeinung keinen physischen Beweis für die Existenz des im Alten Testament viel erwähnten Königs David.
Garfinkel und Ganor wiesen die Kritik zurück. Finkelstein hänge an überholten Theorien, sagte Garfinkel. Sie gehen davon aus, dass David einst vor allem in Jerusalem an einem bislang unbekannten Ort lebte. Chirbet Keijafa und andere Stätten habe er nur sporadisch besucht, sagte Garfinkel.
Die biblische Archäologie selbst ist umstritten. Israel nutzt häufig antike Funde, um seine historischen Ansprüche auf wichtige Stätten geltend zu machen, die auch Palästinenser für sich beanspruchen, wie etwa in der Altstadt von Jerusalem: Zwar gibt es zahlreiche archäologische Hinweise, doch Palästinenser streiten ab, dass die biblischen jüdischen Tempel einst auf dem sogenannten Tempelberg standen, wo heute die Al-Aksa-Moschee steht, eine der wichtigsten Moscheen des Islams.
Garfinkel und Ganor sind nicht die ersten, die für sich beanspruchen, einen Tempel von König David gefunden zu haben. 2005 behauptete die israelische Archäologin Eilat Masar, sie habe einen Palast des Königs in Jerusalem entdeckt. Auch dieser Fund wurde angefochten, unter anderem von Garfinkel selbst.
21.07.2013, 18:58 Uhr | AP/dpa
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