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Atacama-Wüste: Rätselhafte Wandlung der Kindermumien

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Atacama-Wüste  

Die rätselhafte Wandlung der Kindermumien

11.03.2015, 19:58 Uhr | Axel Bojanowski, Spiegel Online

Atacama-Wüste: Rätselhafte Wandlung der Kindermumien. Die Kindermumien von Atacama beginnen zu verfallen - nach 7000 Jahren. (Quelle: dpa/Bernardo Arriaza/Instituto de Alta Investigación )

Die Kindermumien von Atacama beginnen zu verfallen - nach 7000 Jahren. (Quelle: Bernardo Arriaza/Instituto de Alta Investigación /dpa)

In der Atacama-Wüste ragen seit 7000 Jahren Mumien aus dem Boden - doch sie zerfallen auf mysteriöse Weise. Jetzt gibt es eine Erklärung.

Die Jäger und Sammler der Chinchorro-Kultur lebten vor 7000 Jahren an den Wasserlöchern in der Atacama-Wüste. Lange vor den Ägyptern balsamierten sie Tote: Vor allem ihre gestorbenen Kinder präparierten die Steinzeitmenschen und legten sie unter die Erde. Dort sollten sie für die Ewigkeit bleiben.

Doch nun, nach sieben Jahrtausenden, scheint eine Ewigkeit zu Ende zu sein - die Mumien zerfallen. Sie wandeln sich zu schwarzem Schlamm. Was geht vor?

Änderung des Klimas verantwortlich?

Als Ursache vermuten Forscher eine Änderung des Klimas: Die gewöhnlich trockene Wüste sei feuchter geworden. Nun könnten Bakterien gedeihen, die die Mumien zersetzen, berichten Wissenschaftler um Ralph Mitchell von der Harvard University in den USA.

Die Experten hatten im Labor die Umwelt der Mumien nachgebaut. Anstatt der Mumien nutzten sie Schweinehaut, die nach der Methode der Chinchorro balsamiert wurde. Das Ergebnis: Im feuchteren Klima vermehren sich Bakterien, die zuvor in den Mumien nachgewiesen worden waren, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Die Bakterien zersetzen das Gewebe.

Arsen als Todesursache?

Vielerorts lugen mittlerweile Schädel aus dem Wüstenboden der Atacama; Bauprojekte legen immer mehr Mumien frei. Wie können die Hunderten Mumien erhalten bleiben, die unter der Erde noch vermutet werden, fragen sich Gelehrte. Manche Mumien retten Archäologen ins Museum von Arica.

Doch das Schicksal der Chinchorro-Kultur beschäftigt die Wissenschaft auch aus einem anderen Grund: Warum, so lautet eine wichtige Frage, liegen so viel Kinderleichen im Boden?

Einen Hinweis liefern womöglich die vergleichsweise großen Mengen Arsen, die im Grundwasser der Region gemessen wurden. Das Gift könnte viele Steinzeitmenschen getötet haben, insbesondere Kinder, meinen Forscher. Womöglich war es also der häufige Trennungsschmerz, der die Jäger und Sammler der Chinchorro-Kultur veranlasste, ihr komplexes Totenritual zu entwickeln - das die Angehörigen für Jahrtausende konservierte.

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