14.06.2013, 10:03 Uhr | dpa, AFP
In den USA sind lange verschollene Tagebücher des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg wieder aufgetaucht. Vertreter des Washingtoner Holocaust-Museums und der US-Zollbehörde ICE präsentierten den spektakulären Fund - 400 handgeschriebene Seiten - bei einer Pressekonferenz in Wilmington im Bundesstaat Delaware.
Rosenberg galt als enger Vertrauter von Adolf Hitler, prägte mit seinen Schriften die Rassentheorien der Nationalsozialisten und war als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete für die Ermordung von Millionen Juden verantwortlich.
Bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurde Rosenberg zum Tode verurteilt und 1946 hingerichtet. Seine Tagebücher waren seit dieser Zeit verschwunden. Nach ICE-Angaben befanden sich die Aufzeichnungen im Besitz des deutschen Anwalts Robert Kempner, der während des Zweiten Weltkriegs in die USA geflohen war und später bei den Nürnberger Prozessen als US-Ankläger arbeitete. Anschließend habe Kempner unerlaubt Nazi-Dokumente zurück in die USA gebracht.
400 handgeschriebene Seiten von NS-Chefideologe Rosenberg sind wieder entdeckt worden (Quelle: AFP)Nach Kempners Tod im Jahr 1993 tauchten einige Aufzeichnungen auf, der größte Teil der Tagebücher blieb aber verschollen. Im November 2012 erhielten die US-Behörden dann einen Hinweis von einem Mitarbeiter des Holocaust-Museums. "Die Rosenberg-Tagebücher wurden anschließend geortet und beschlagnahmt", erklärte die ICE, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Die handschriftlichen Aufzeichnungen stammen aus den Jahren 1934 bis 1944. Historiker erhoffen sich von den Tagebüchern neue Erkenntnisse über die Judenvernichtung im Dritten Reich. "Um zu verstehen, warum der Holocaust geschah, ist Material von großer Bedeutung, das sowohl das Handeln von Tätern als auch von Opfern dokumentiert", sagte Sara Bloomfield, Direktorin des Holocaust-Museums in Washington.
Der Baltendeutsche Alfred Rosenberg wurde 1893 im heutigen Tallinn in Estland geboren und kam 1918 nach München, wo er Bekanntschaft mit Adolf Hitler machte. Er gehörte zum inneren Führungszirkel der NSDAP, organisierte den Kunstraub der Nazis und war Minister für die "besetzten Ostgebiete". Die Ankläger beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess bezeichneten ihn als "Hitlers Weltanschauungschef" und "geistigen Priester der 'Herrenrasse', der die Lehre des Hasses schuf, die den Anstoß zur Vernichtung des Judentums" gab.
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14.06.2013, 10:03 Uhr | dpa, AFP
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