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150 Jahre Gettysburg: Amerikas blutigste Schlacht

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Drei Tage, die alles veränderten

01.07.2013, 12:21 Uhr | t-online.de

Die Schlacht als Gemälde: Die Soldaten in blauer Uniform triumphieren, die konföderierten Gefangenen ziehen ab. (Quelle: dpa)

Die Schlacht als Gemälde: Die Soldaten in blauer Uniform triumphieren, die konföderierten Gefangenen ziehen ab. (Quelle: dpa)

Als General Robert E. Lee Gettysburg erreichte, stand er kurz vor dem Triumph. Die Südstaaten hatten den Krieg in den Norden getragen. Ein Sieg in dem strategisch wichtigen Städtchen in Pennsylvania hätte Lees Armee den Weg nach Washington geöffnet und Präsident Abraham Lincoln zur Kapitulation gezwungen.

Nach den drei blutigsten Tagen in der amerikanischen Geschichte hatte sich das Blatt gewendet und Lincoln konnte schließlich mit seiner Gettysburg-Rede die intellektuelle Grundlage für die USA legen. Noch heute kennt jedes Schulkind die 272 Worte, die in in den Worten gipfelt: "Die Regierung des Volkes durch das Volk und für das Volk soll niemals vom Angesicht der Erde verschwinden".

Kein Konflikt in der Geschichte der USA kostete mehr Amerikaner das Leben - nicht der Zweite Weltkrieg, nicht Vietnam, nicht Korea: Im Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 starben 210.000 Soldaten und mehrere Hunderttausend Zivilisten. Heute vor 150 Jahren begann die Schlacht, die den Krieg entschied und noch heute als Symbol für das Heldentum der Amerikaner gilt.

Sieben Südstaaten spalten sich ab

Auslöser war der Streit zwischen den Nord- und Südstaaten um die Abschaffung der Sklaverei. Während der sich industrialisierende Norden für die Befreiung der Sklaven eintrat, fürchtete der Süden als Exporteur von Baumwolle, Tabak und Zuckerrohr um die Grundlagen seiner Plantagenwirtschaft.

1860 wurde Abraham Lincoln zum 16. Präsidenten der USA gewählt. Dass er eine sklavenfreundliche Haltung vertrat, veranlasste zunächst sieben Südstaaten auf Drängen radikaler Kräfte zur Abspaltung vom Norden. Als Konföderierte Staaten von Amerika bildeten sie eine neue Republik. Vier weitere Staaten schlossen sich später an.

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Der Horror des Blutbads

Gettysburg war für beide Seiten die verlustreichste Schlacht des vier Jahre dauernden Krieges. Das neue Medium Fotografie fing den Schrecken ein, doch den Horror des Blutbads konnte sie nicht widergeben.

In Gettysburg ergriff der legendäre General Lee die Initiative. Er hatte allen Grund, selbstbewusst zu sein. Im dritten Jahr des Konflikts gelang es ihm laufend, den besser ausgerüsteten Feind aus dem Norden in die Verzweiflung zu treiben.

Der Deutsche auf dem Cemetery Ridge

Am ersten Tag trieb er den Gegner vor sich her und sah wie der sichere Sieger aus. Erst oben auf einem Kamm namens Cemetery Ridge konnten die Soldaten der Union Lees Ansturm bremsen und mit Hilfe des aus dem Harz stammenden Kommendeurs Friedrich von Steinwehr auch für kurze Zeit halten - die einbrechende Nacht rettete die Armee des Nordens.

Am nächsten Tag ging das Schlachten weiter: Der Norden unter General Meade hielt dagegen, der Tag endete im Patt. Am 3. Juli nachmittags dann die Entscheidung: Lees Artillerie hatte die Stellung des Nordens auf dem Cemetery Ridge stundenlang bombardiert, ohne dass der Norden zurückschoss. Lee ging davon aus, die gegnerischen Kanonen außer Gefecht gesetzt zu haben - ein schrecklicher Fehler.

Tod im Granatenhagel

Um 15 Uhr kamne 12.500 Mann der Armee des Südens aus ihrer Deckung und stürmten über das offene Feld hoch zur Cemetery Ridge. Der Gegner war sturmreif geschossen, der Todesstoß sollte folgen.

Auf dem Kamm hatten die Nordstaaten während des Beschusses aber nur stillgehalten, um Munition zu sparen. Jetzt regneten die Granaten aus den Kanonen auf die anstürmenden Südstaaten-Soldaten. Das Musketenfeuer gab ihnen den Rest - mehr als die 6000 Mann sollen auf dem Anstieg gestorben oder verwundet worden sein.

Das Gemetzel unter Landsleuten kostete mindestens 8000 Soldaten das Leben, 27.000 wurden verwundet, Tausende blieben vermisst oder wurden gefangen genommen. Binnen zwei Jahren gelang es Lincoln und seinen Generälen, den Spieß herum zu drehen, die Südstaaten zu besiegen und zurück in die Union zu zwingen.

Lincolns Friedhofs-Rede

Am 19. November 1863 weihte der Präsident in Gettysburg einen Soldatenfriedhof ein und hielt seine legendäre Rede, in der er der Toten gedachte und die Lebenden in die Pflicht nahm: "...auf dass wir hier einen heiligen Eid schwören, dass diese Toten nicht vergebens gefallen sein mögen – auf dass diese Nation, unter Gott, eine Wiedergeburt der Freiheit erleben..." Viele Amerikaner sehen den Sieg von Gettysburg, nach der Unabhängigkeitserklärung 1776, tatsächlich als zweite Geburt ihrer Nation.

01.07.2013, 12:21 Uhr | t-online.de

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