04.08.2013, 09:10 Uhr | Ulrich Weih
Schwimmt sie noch irgendwo oder ist sie schon versunken? Das Geisterschiff "Lyubov Orlova" trieb zuletzt auf die irische Küste zu (Quelle: AP/dpa)
Ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff auf dem Nordatlantik, aber nur noch Ratten an Bord? Seit Ende Januar 2013 treibt die "Lyubov Orlova" über das Meer. Mal taucht sie auf Radarschirmen auf, mal wird sie von vorbeifahrenden Schiffen gesichtet. Dann fällt der Strom an Bord des Luxusschiffes aus - die Ortungsgeräte senden keine Signale mehr aus. Die "Lyubov Orlova" ist plötzlich verschwunden. Treibt sie immer noch auf die irische Küste zu?
Das Kreuzfahrtschiff ist zum Geisterschiff geworden. Wie konnte es soweit kommen?
Die "Lyubov Orlova" lief 1976 vom Stapel. Sie ist 100 Meter lang, 16 Meter breit und hat einen verstärkten Rumpf. Das für Kreuzfahrer relativ kleine Schiff ist mit seinen 110 Passagieren vorwiegend in arktischen und antarktischen Gewässern unterwegs.
Im September 2010 dann der Einschnitt: Wegen unbezahlter Rechnungen wird der kleine Luxusdampfer in St. John's auf Neufundland an die Kette gelegt. Mit jedem Monat Zwangs-Liegezeit kommen zu den Schulden auch noch fehlende Einnahmen hinzu.
Das vorläufige Ende ist absehbar: Zwei Jahre lang liegt die "Lyubov Orlova" in St, John's, bis sie schließlich von einem iranischen Unternehmer für 275.000 Dollar ersteigert wurde. Der Kahn soll zu einer Werft in die Dominikanische Republik geschleppt und dort abgewrackt werden.
Ende Januar 2013 wird das Kreuzfahrtschiff schließlich von einem Schlepper auf den Haken genommen. Es ist die Zeit der heftigsten Stürme auf dem Nordatlantik, und was folgt, ist absehbar: Kaum aus dem Hafen, reißt die Schleppleine.
Mehrere Versuche, den Havaristen wieder unter Kontrolle zu bekommen, schlagen fehl. Dramatisch wird es, als das unbemannte Schiff auf die kanadischen Ölplattformen bei den Grand Banks zutreibt. Jetzt greifen die starken Spezialschlepper der Ölfirmen ein - und halten die "Lyubov Orlova" von den Plattformen fern.
Doch kaum ist die Gefahr gebannt und internationale Gewässer erreicht, lassen die Ölfirmen die Schleppverbindung lösen. Seitdem treibt das Kreuzfahrtschiff führungslos über den Atlantik in Richtung Europa.
Derzeit ist nicht klar, ob die "Lyubov Orlova" noch irgendwo schwimmt oder ob sie mittlerweile gesunken ist. Ein am 1. März aufgefangenes Signal einer Notfunkbarke zeigt als letzte Position 51° 46' Nord, 35° 41' West - das ist 700 Seemeilen westlich der irischen Küste. Das Notsignal wird automatisch bei Wasserkontakt ausgelöst.
Die irische Küstenwache konnte im Umkreis der angegebenen Position per Luftüberwachung nichts entdecken. Demnach könnte das Schiff gesunken sein.
04.08.2013, 09:10 Uhr | Ulrich Weih
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